Am 7. November 2025 veröffentlichte JPMorgan einen aktuellen Forschungsbericht, der auf einem Vergleichsmodell der Volatilitätsanpassung zwischen Bitcoin und Gold basiert. Demnach könnte der Bitcoin-Preis in den kommenden 6 bis 12 Monaten etwa 170.000 US-Dollar erreichen.
Das Analyse-Team unter Leitung des Managing Directors Nikolaos Panigirtzoglou stellte fest, dass die Leverage-Reduktion im Perpetual-Futures-Markt im Wesentlichen abgeschlossen ist. Zudem ist das Verhältnis der Volatilität von Bitcoin zu Gold auf 1,8 gesunken. Mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 2,1 Billionen US-Dollar müsste Bitcoin um 67 % steigen, um die private Investitionssumme in Gold von 6,2 Billionen US-Dollar zu erreichen. Obwohl Bitcoin derzeit bei etwa 103.000 US-Dollar schwankt, liefert diese autoritative Prognose einen positiven Impuls für den Markt nach dem erheblichen Rückgang im Oktober.
Das Bewertungsmodell von JPMorgan basiert auf einem Asset-übergreifenden Vergleich zwischen Bitcoin und Gold. Analysten weisen darauf hin, dass das Volatilitätsverhältnis zwischen Bitcoin und Gold von einem historischen Durchschnitt von 2,5 auf aktuell 1,8 gefallen ist. Das bedeutet, dass die Risikoprämie für Bitcoin deutlich gesunken ist. Berechnungen zufolge absorbiert Gold derzeit etwa 6,2 Billionen US-Dollar an privatem Kapital via ETFs und physischen Beständen, während Bitcoin nur 2,1 Billionen US-Dollar umfasst – eine Differenz von 4,1 Billionen US-Dollar.
Um den Wert von Bitcoin risikoadjustiert auf das Niveau von Gold zu heben, müsste die Marktkapitalisierung um 67 % auf circa 3,5 Billionen US-Dollar steigen, was einem Preis von rund 170.000 US-Dollar entspricht. Das Modell berücksichtigt die Asset-Allokation institutioneller Investoren: Wenn sich die Volatilitätsdifferenz verringert, fließt Kapital von traditionellen sicheren Anlagen in renditestärkere Alternativen. Bloomberg Intelligence-Analyst Mike McGlone kommentiert dazu: „Bitcoin durchläuft gerade den Zertifizierungsprozess als ‚digitale Gold‘, und die Konvergenz der Volatilität ist ein unvermeidlicher Trend.“
Die Validität des Modells wird durch historische Daten bestätigt. Im Jahr 2024, als das Verhältnis erstmals unter 2,0 fiel, stieg Bitcoin in den folgenden drei Monaten um 45 %. Der aktuelle Wert von 1,8 markiert ein Tief seit 2021, und eine Stabilität über mehr als 60 Handelstage unterhalb der 2,0-Grenze stärkt die Prognose zusätzlich.
Die Verbesserung der Marktstruktur schafft die Grundlage für Kursanstiege. Der Bericht analysiert detailliert die Liquidationen am 10. Oktober und 3. November: Erstere verzeichnete den größten Tagesliquidationsrekord in der Geschichte der Kryptowährungen, letztere wurde durch den Diebstahl von 120 Millionen US-Dollar bei Balancer ausgelöst. Wesentlich ist, dass das Verhältnis der offenen Positionen bei Bitcoin-Perpetual-Futures zur Marktkapitalisierung von hohen Werten auf den historischen Durchschnitt zurückgekehrt ist, was auf eine effektive Entleerung des Leverage-Blasen hinweist.
„Am CME-Futures-Markt übertrifft die Liquidation von Ethereum die von Bitcoin“, hebt der Analyst hervor. Diese Divergenz rührt daher, dass institutionelle Investoren unterschiedliche Risikopräferenzen in den Derivatemärkten zeigen, wobei Ethereum weniger entleverageiert ist. Insgesamt deutet die Stabilisierung der Perpetual-Futures darauf hin, dass die Marktteilnehmer die schlimmste Phase der Leverage-Korrektur hinter sich haben.
Auch die Kapitalflüsse in ETFs liefern Hinweise: Trotz jüngster Rücknahmen waren die Nettozuflüsse in der Woche vom 3. und 10. Oktober weiterhin positiv. JPMorgan betont: „Perpetual-Futures sind derzeit der wichtigste Stimmungsindikator, und ihre Stabilisierung deutet auf das Ende des Leverage-Korrekturzyklus hin.“ Diese Einschätzung stimmt mit on-chain-Daten von Glassnode überein: Die Funding-Raten bei Futures sind wieder im neutralen Bereich, extreme negative Werte sind seit Wochen nicht mehr zu beobachten.
Der Wertvergleich zwischen Bitcoin und Gold geht über Volatilitätskennzahlen hinaus. Gold gilt seit Jahrtausenden als Wertspeicher, während das Narrativ des „digitalen Goldes“ zunehmend von der traditionellen Finanzwelt anerkannt wird. Daten des World Gold Council zeigen, dass die global investierbare Goldmenge bei etwa 12 Billionen US-Dollar liegt, wobei private Investoren 6,2 Billionen US-Dollar halten. Für Bitcoin, um einen ähnlichen Status zu erreichen, müsste ein Drittel des Goldinvestments in den Krypto-Markt umgeleitet werden.
Diese Kapitalverschiebung ist im Gange. Der iShares Bitcoin Trust von BlackRock ist mit über 500.000 Bitcoin der größte physische Bitcoin-ETF. Fidelity International berichtet, dass Pensionsfonds in alternativen Anlagen Bitcoin teilweise anstelle von Gold einsetzen, mit Zielquoten zwischen 1 % und 3 %. Solche institutionellen Verhaltensänderungen könnten die Marktkapitalschere weiter verringern.
Technologische Entwicklungen stärken die Wettbewerbsfähigkeit von Bitcoin. Nach dem vierten Halving sank die Inflationsrate auf 0,85 %, verglichen mit 1,5–2,0 % bei Gold. Zudem verbessern Second-Layer-Lösungen wie das Lightning Network die Transaktionsgeschwindigkeit und -kosten, was Bitcoin im Werttransfer praxistauglicher macht. Analysten der Union Bank Schweiz meinen: „Bitcoin entwickelt sich vom ‚digitalen Gold‘ zum ‚Zahlungsgold‘, und diese doppelte Eigenschaft könnte seine Bewertung über die von Gold hinaus treiben.“
Das JPMorgan-Modell wurde mehrfach optimiert. Im August 2025 prognostizierte die Bank ein Jahresendziel von 126.000 US-Dollar, das am 6. Oktober mit 126.200 US-Dollar fast exakt erreicht wurde. Im Oktober wurde das Ziel auf 165.000 US-Dollar angehoben, was zwar nicht im selben Monat erreicht wurde, aber nur eine Abweichung von 3,2 % aufweist – ein Beleg für die Zuverlässigkeit des Modells.
Die aktuelle Prognose von 170.000 US-Dollar basiert auf einer dynamischen Anpassung der Volatilitätsparameter. Während Gold aufgrund geopolitischer Risiken eine erhöhte Volatilität zeigt, ist die Volatilität bei Bitcoin nach Liquidationen gesunken. Diese relative Veränderung führt zu einer Aufwertung um etwa 5.000 US-Dollar. Goldman Sachs-Commodity-Research-Chef Jeff Currie kommentiert: „Die Arbitrage zwischen Asset-Volatilitäten formiert sich, und die Verbesserung des Sharpe-Ratios bei Bitcoin zieht mehr institutionelles Kapital an.“
Die tatsächliche Marktperformance bestätigt die Prognose: Innerhalb von 24 Stunden nach Veröffentlichung stieg Bitcoin von 102.800 auf 103.200 US-Dollar, ein Plus von 0,4 %. Gleichzeitig stiegen die offenen Futures-Positionen um 12 %, was auf eine zunehmende Long-Positionierung hindeutet. Auch die Optionsmärkte zeigen Veränderungen: Das Volumen der im Juni 2026 auslaufenden Call-Optionen mit 150.000 US-Dollar steigt um 300 %.
Basierend auf JPMorgans Analyse könnten Investoren in der Spanne von 100.000 bis 105.000 US-Dollar schrittweise Positionen aufbauen, mit einem Ziel bei 150.000 US-Dollar und einem Stop-Loss bei 90.000 US-Dollar, basierend auf technischen Unterstützungen. Die Asset-Allokation im Portfolio sollte 3–5 % betragen, um eine Ergänzung zu Gold zu bilden und keine direkte Substitution.
Wesentliche Risiken sind zu berücksichtigen: Das Modell setzt voraus, dass die Goldvolatilität stabil bleibt. Bei einer plötzlichen Abnahme der Goldvolatilität durch geopolitische Entspannungen müsste das Bitcoin-Ziel neu bewertet werden. Zudem besteht regulatorisches Risiko, etwa durch die US-SEC, die die DeFi- und Krypto-Industrie stärker ins Visier nehmen könnte. Technische Risiken, wie Sicherheitslücken bei DeFi-Protokollen (z.B. Balancer), könnten ebenfalls zu unerwarteten Verlusten führen.
Zur Absicherung empfiehlt sich eine Strategie, bei der Long-Positionen auf Bitcoin-Volatilität mit Short-Positionen auf Gold-Volatilität kombiniert werden, um von einer weiteren Konvergenz zu profitieren. Alternativ kann eine Optionsstrategie, etwa ein Bull Spread mit CME-Bitcoin-Futures, das Risiko begrenzen und gleichzeitig Aufwärtspotenzial erhalten.
Das von JPMorgan prognostizierte Kursziel von 170.000 US-Dollar für Bitcoin spiegelt nicht nur die zunehmende Akzeptanz digitaler Vermögenswerte auf Wall Street wider, sondern zeigt auch die tiefere Integration von Kryptowährungen in das traditionelle Finanzsystem. Das Volatilitätsmodell bietet eine wissenschaftliche Bewertungsgrundlage, während das Ende der Leverage-Reduktion den Weg für eine Kurskorrektur frei macht. Trotz möglicher Volatilität auf dem Weg dorthin gewinnt Bitcoin als „digitales Gold“ durch solide Daten und fundamentale Entwicklungen an Wert. Die nächsten sechs Monate werden zeigen, ob die institutionelle Kapitalallokation und die Konvergenz der Volatilitäten das Erreichen dieses ambitionierten Ziels ermöglichen.
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