Balancer Labs kündigt Betriebseinstellung an, Hacker-Angriff von 128 Millionen Dollar schadet Protokollbetrieb massiv

BAL0,06%

Bekannte Liquiditätsprotokolle und dezentrale Handelsplattformen Balancer

Die Muttergesellschaft von Balancer, Balancer Labs, hat heute offiziell die Einstellung des Betriebs bekannt gegeben. Mitbegründer Fernando Martinelli betonte jedoch, dass das Protokoll selbst weiterhin bestehen bleibt und durch eine vereinfachte Umstrukturierung neu starten wird. Die nächsten zwölf Monate werden entscheidend für das Überleben sein.

Auslöser: Hackerangriff im November verursacht Finanzkrise in Höhe von 128 Millionen US-Dollar

Am 3. November 2025 wurden die Liquiditätspools von Balancer v2 auf mehreren Blockchains angegriffen. Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in der Austauschlogik (swap logic), nämlich den „Rundungsfehler“ (rounding flaw), um präzise Liquidität abzuziehen. Dabei flossen letztlich etwa 128 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten ab. Dies ist einer der größten einzelnen Protokoll-Sicherheitsvorfälle in der DeFi-Geschichte, der nicht nur die Finanzen des Protokolls schwer getroffen hat, sondern auch Balancer Labs in rechtliche Haftung bringt.

(Nach Diebstahl von 110 Millionen US-Dollar: Balancer DAO plant, 8 Millionen US-Dollar zur Entschädigung der Nutzer auszugeben)

Martinelli gab in einer Mitteilung offen zu, dass es für ein Unternehmen, das bereits mehrere Sicherheitsvorfälle erlebt hat und rechtlich belastet ist, unmöglich geworden sei, das Protokoll weiter voranzutreiben: „Balancer Labs ist vom Vermögenswert zum Schuldenberg geworden. Das Unternehmen befindet sich derzeit in einem Null-Gewinn-Zustand, die Aufrechterhaltung der Unternehmensstruktur ist ohne substanziellen Nutzen.“

Kein Endpunkt: Das Protokoll wird weiterhin betrieben, jährlich Millionen US-Dollar Gewinn

Martinelli betonte, dass nur die juristische Person hinter dem Unternehmen geschlossen werde, nicht das Protokoll selbst. Er wies darauf hin, dass das Balancer-Protokoll eine jährliche Gebühreneinnahme von über einer Million US-Dollar generiere und weiterhin echte Erträge erwirtschafte.

Er ist der Ansicht, dass die Ursachen des Scheiterns nicht in der Technik selbst liegen, sondern in den wirtschaftlichen Modellen außerhalb der Technik sowie im Vertrauensverlust durch wiederholte Sicherheitsvorfälle. Sein Fazit lautet: Wenn diese beiden Probleme behoben werden, besteht noch eine Chance für eine Wende des Protokolls.

Vereinfachte Umstrukturierungspläne: Neue Architektur, neues Token-Modell, neue Governance-Richtung

Martinelli stellte einen „lean“ (schlanken) Reorganisationsplan vor, der unnötige Kosten reduziert und die Token-Ökonomie neu gestaltet, um das Protokoll mit geringerer Betriebsbelastung weiterzuführen.

Im Bereich der Token-Ökonomie beinhaltet der Plan die Einstellung der BAL-Token-Emission, die Beendigung des aktuellen veBAL-Governance-Modells sowie eine strukturelle Anpassung der Gebührenverteilung. Dabei soll die DAO-Kasse 100 % der Protokollgebühren erhalten, während die Gebühren für V3 auf 25 % reduziert werden. Zudem ist eine Rückkaufmechanismus für BAL-Token vorgesehen, um langfristigen Haltern einen Ausstieg aus der Liquidität zu ermöglichen und Verkaufsdruck zu verringern.

Im Produktfokus wird das reorgansierte Balancer die Ressourcen auf einige Kernprodukte konzentrieren, darunter die reCLAMM-Lösungen für Liquidität, Liquidity Bootstrapping Pools, Stables, LST Pools sowie gewichtete Pools (Weighted Pools), die auf weniger Chains deployed werden. Die Reduktion der Cross-Chain-Präsenz zugunsten einer tieferen Single-Chain-Strategie ist Kern der Neuausrichtung.

Er betonte, dass der offizielle Vorschlag für die Token-Ökonomie und die Betriebsstrukturänderungen vom Kernteam separat veröffentlicht und einer Governance-Abstimmung unterzogen werden soll. Nach der Auflösung von Balancer Labs sollen die verbleibenden Kernteam-Mitglieder in eine neue operative Einheit „Balancer OpCo“ wechseln, die ebenfalls einer Governance-Abstimmung bedarf.

CEO von Balancer Labs: Standhaftigkeit und Überzeugung in schwierigen Zeiten

Der CEO von Balancer Labs, Marcus Hardt, äußerte sich ebenfalls auf X (ehemals Twitter) und gab zu, dass die letzten Monate äußerst schwierig gewesen seien. Dennoch zeigte er Vertrauen in die bestehenden Produkte des Protokolls. Er betonte, dass die Boosted Pools weiterhin Nutzerzahlen generieren, und nach Abschluss der Sicherheitsverbesserungen das alternative, zentralisierte Liquiditätslösung wieder eingeführt werde, um mit einer soliden Basis in den Markt zurückzukehren.

Hardt glaubt, dass Balancer noch immer die Möglichkeit hat, Produkte und Ertragsquellen zu entwickeln, die wirklich zum eigenen Profil passen, und hat die Hoffnung auf die Zukunft des Protokolls nie aufgegeben.

Was Martinelli betrifft, so kündigte er an, nach der offiziellen Schließung von Balancer Labs das Protokoll zu verlassen. Er bekräftigte sein Vertrauen in das zugrunde liegende Potenzial der Balancer-Technologie und zeigte sich zuversichtlich, dass das verbleibende Team die Herausforderung meistern und das Produkt wieder auf den Markt bringen kann.

Dieser Artikel über die Ankündigung von Balancer Labs, den Betrieb einzustellen, und den Hackerangriff in Höhe von 128 Millionen US-Dollar, der das Protokoll schwer getroffen hat, erschien zuerst bei Chain News ABMedia.

Original anzeigen
Disclaimer: The information on this page may come from third parties and does not represent the views or opinions of Gate. The content displayed on this page is for reference only and does not constitute any financial, investment, or legal advice. Gate does not guarantee the accuracy or completeness of the information and shall not be liable for any losses arising from the use of this information. Virtual asset investments carry high risks and are subject to significant price volatility. You may lose all of your invested principal. Please fully understand the relevant risks and make prudent decisions based on your own financial situation and risk tolerance. For details, please refer to Disclaimer.
Kommentieren
0/400
Keine Kommentare