EZB zielt auf Pilotprojekt für digitalen Euro 2027 ab, Anbieterangebote bis Q1 2026 offen

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Die Europäische Zentralbank kommt einem vollständigen Pilotprojekt für den digitalen Euro immer näher und signalisiert damit einen Übergang von explorativen Gesprächen zu konkreten Tests. In einer Rede nach einer Sitzung des Exekutivkomitees des Italienischen Bankenverbands skizzierte Mitglied des EZB-Rats Piero Cipollone einen stufenweisen Zeitplan, der die Auswahl von Zahlungsdienstleistern (PSPs) Anfang 2026 priorisiert und während der zweiten Hälfte des Jahres 2027 einen zwölfmonatigen Pilot vorsieht. Der Plan sieht vor, dass eine kleine Gruppe von PSPs, Händlern und Mitarbeitenden des Eurosystems an der Anfangsphase beteiligt ist, wobei eine breitere Einbindung von der legislativen und technischen Bereitschaft abhängt. Die Äußerungen unterstreichen das Ziel der Bank, eine Zentralbank-Digitalwährung in praktischen Anwendungen zu validieren, während die Integrität europäischer Kartensysteme gewahrt und die Banken im Kern des Zahlungssystems gehalten werden sollen.

Cipollone betonte, dass der digitale Euro so gestaltet werden soll, dass europäische Kartensysteme geschützt und die zentrale Rolle der Banken im europäischen Zahlungssystem bewahrt werden. Diese Ausrichtung entspricht der Berichterstattung von Reuters über den Ansatz der EZB. Der Pilot soll zunächst in einem überschaubaren Rahmen stattfinden, mit Fokus auf eine begrenzte Anzahl von PSPs, Händlern und Mitarbeitenden des Eurosystems, um die Prozesse des Onboardings, der Abwicklung und des Liquiditätsmanagements in einer realen Umgebung zu testen. Dieser phasenweise Ansatz soll den teilnehmenden PSPs einen frühen Vorteil bei der Bereitschaft verschaffen, falls eine breitere Einführung folgt, und gleichzeitig praktische Daten zu Infrastruktur, Compliance- und Personalkosten für die Planung liefern.

Wesentliche Erkenntnisse

Die Auswahl der PSPs für den digitalen Euro-Piloten soll im ersten Quartal 2026 beginnen und den Weg für einen zwölfmonatigen Test in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 ebnen.

Der Pilot wird eine begrenzte Gruppe von PSPs, Händlern und Mitarbeitenden des Eurosystems umfassen, um praktische Tests zu Onboarding, Abwicklung und Liquiditätsmanagement in einer kontrollierten Umgebung zu ermöglichen.

Europäische Behörden betonen, dass der digitale Euro dazu dienen soll, inländische Zahlungssysteme und Kartensysteme zu schützen, anstatt sie zu verdrängen, wobei der Schwerpunkt auf der Bewahrung der Rolle der Banken im Zahlungsverkehr liegt.

Governance und Kostentransparenz sind zentrale Ziele des Piloten, um den beteiligten Akteuren klarere Einblicke in zukünftige Infrastruktur-, Compliance- und Personalbedarfe zu geben.

Die Erwartungen der Branche werden durch eine langfristige Roadmap geprägt, die eine mögliche breitere Einführung und einen Start im Jahr 2029 vorsieht, abhängig von legislativen Fortschritten im Jahr 2026 und weiteren regulatorischen Schritten.

Marktkontext: Der Vorstoß für einen digitalen Euro ist Teil einer umfassenderen europäischen Initiative zur Modernisierung des Zahlungsverkehrs, zur Reduzierung der Abhängigkeit von internationalen Kartennetzwerken und zur Sicherstellung einer stabilen, zentral verwalteten digitalen Währung für Einwohner und Unternehmen. Die Darstellung der EZB, den Pilot als Schutz für inländische Systeme zu sehen, während gleichzeitig private Akteure eingebunden werden, spiegelt laufende Debatten um Stablecoins und private Zahlungslösungen wider, die sonst die traditionelle Bankenrolle im Zahlungsverkehr schwächen könnten.

Warum es wichtig ist

Der Schritt der EZB hin zu einem strukturierten Pilotprojekt signalisiert eine sorgfältige Balance zwischen Innovation und Bestehendem. Durch die Schaffung eines kontrollierten Testumfelds, das EU-lizenzierte PSPs und direkte Beteiligung des Eurosystems umfasst, will die Zentralbank praxisnahe Daten darüber sammeln, wie ein digitaler Euro im realen Handel funktionieren könnte. Dabei geht es um praktische Fragen wie die Onboarding-Prozesse, die nahtlose Abwicklung zwischen Teilnehmern und das Management der Liquidität – Bereiche, die für Plattformen für Zentralbank-Digitalwährungen bislang komplex in der Umsetzung sind.

Aus Sicht der Banken ist der digitale Euro nicht als Bedrohung, sondern als Mittel zur Bewahrung ihrer zentralen Rolle im zunehmend digitalisierten Zahlungsverkehr gedacht. Cipollone hob hervor, dass das Projekt darauf abzielt, inländische Zahlungssysteme und Kartensysteme zu schützen und gleichzeitig eine kostengünstigere Alternative für Händler anzubieten. Das Ziel ist, die Händlergebühren für das digitale Euro-Netzwerk auf ein Niveau zu begrenzen, das niedriger ist als die Gebühren internationaler Kartennetzwerke, aber höher als die Gebühren inländischer Systeme. Diese Preisgestaltung soll die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Zahlungssysteme sichern und gleichzeitig den digitalen Euro für Händler und Verbraucher attraktiv halten.

Europäische Entscheidungsträger sind auch auf breitere Branchenverschiebungen bedacht. Der Plan erwähnt explizit europäische Netzwerke wie Bancomat und Bizum als Bereiche, in denen der digitale Euro dazu beitragen könnte, inländische Alternativen gegen private, grenzüberschreitende Zahlungssysteme zu bewahren. In diesem Zusammenhang geht es beim Pilot weniger um die Verdrängung bestehender Netzwerke, sondern um die Integration einer Zentralbank-Digitalwährung auf eine Weise, die bestehende Infrastrukturen ergänzt, anstatt sie zu konkurrieren. Dieser Ansatz steht im Einklang mit dem Ziel, die finanzielle Stabilität zu sichern und Europas strategische Kontrolle über seine Zahlungssysteme zu bewahren, während neue digitale Geldformen entstehen.

Was als Nächstes zu beobachten ist

Erstes Quartal 2026: Offizieller Beginn des Auswahlprozesses für PSPs, Eingrenzung des Pilotfeldes.

Zweite Hälfte 2027: Beginn des primären zwölfmonatigen Pilotprojekts mit teilnehmenden PSPs und Händlern.

2026–2027: Gesetzgebungs- und Regulierungsmaßnahmen zur Ermöglichung oder Anpassung des digitalen Euro, die den Zeitplan für eine breitere Einführung prägen.

2029: Potenzieller vollständiger Start, sofern gesetzgeberische und technische Meilensteine erreicht werden und die Beteiligten ausreichend vorbereitet sind.

Laufende Infrastrukturplanung: EZB und Eurosystem setzen die Planung zukünftiger Kosten, Personalbedarf und Compliance-Anforderungen im Zusammenhang mit dem Betrieb des digitalen Euro fort.

Quellen & Überprüfung

EZB-Pressemitteilung und begleitendes Dokument zu den Plänen für PSP-Auswahl und Pilot (Sp260218) sowie verwandte Materialien.

Berichterstattung von Reuters zu Cipollones Äußerungen und den Designzielen des digitalen Euro zum Schutz europäischer Bankenkartensysteme.

Cointelegraph-Berichte zum Verlauf des digitalen Euro, einschließlich Verweisen auf den Startplan 2029 und die nächste Phase.

Historische Berichte über die Fortschritte der EZB in Richtung eines digitalen Euro, einschließlich Diskussionen zu legislativen Zeitplänen im Jahr 2026.

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