Standard Chartered hat am Donnerstag in einem Bericht erneut seine kurzfristigen Aussichten für den Kryptowährungsmarkt nach unten korrigiert und gewarnt, dass die Kurse in den kommenden Monaten weiter fallen könnten, sogar eine letzte „Kapitulationsverkaufswelle“ auftreten könnte, aber dennoch optimistisch ist, dass bis Ende des Jahres eine Erholung einsetzen wird.
Leiter der Digital Asset Research bei Standard Chartered, Geoffrey Kendrick, erklärte, dass die Marktphase der Schmerzen andauern werde, solange das makroökonomische Umfeld weiterhin Gegenwind bietet:
Ich denke, dass die Preise digitaler Vermögenswerte in den kommenden Monaten noch mehr Schmerz erfahren werden und letztlich eine Verkaufswelle folgen wird. Vor Kevin Warshs offizieller Übernahme der Leitung der Federal Reserve (Fed) ist es schwierig, eine ausreichende Unterstützung durch das makroökonomische Umfeld zu erwarten.
Geoffrey Kendrick schätzt, dass bei anhaltendem Verkaufsdruck Bitcoin auf 50.000 US-Dollar oder sogar darunter fallen könnte, während Ethereum möglicherweise auf 1.400 US-Dollar absinkt. Er betonte jedoch auch, dass diese Kurse hervorragende „Einstiegspunkte“ darstellen würden und erwartet, dass Bitcoin bis Ende des Jahres auf 100.000 US-Dollar steigen könnte, während Ethereum auf 4.000 US-Dollar zulegen dürfte.
Es ist bemerkenswert, dass dies bereits die mehrfachen Zielpreisreduktionen von Standard Chartered sind. Im Dezember letzten Jahres senkte die Bank das Bitcoin-Ziel von 300.000 auf 150.000 US-Dollar, und jetzt wurde es erneut auf 100.000 US-Dollar gesenkt; das Ethereum-Ziel wurde ebenfalls von 7.500 auf 4.000 US-Dollar halbiert.
Neben den beiden größten Kryptowährungen hat Geoffrey Kendrick auch die Prognosen für die wichtigsten konkurrierenden Coins bis Ende 2026 nach unten angepasst. Diese Anpassungen basieren größtenteils auf „Neuberechnungen anhand der aktuellen Marktpreise“, wodurch die relative Performance der Coins im Vergleich zu Bitcoin und Ethereum stärker an deren Kursentwicklung angepasst wurde:
Die zwei Hauptursachen: ETF-Käufe in der Verlustzone und enttäuschte Zinssenkungserwartungen
Warum ist die kurzfristige Sicht auf den Kryptowährungsmarkt so pessimistisch? Geoffrey Kendrick nennt zwei entscheidende Faktoren.
Erstens ist das Vertrauen der ETF-Investoren erschüttert. Der Bericht weist darauf hin, dass die Bestände an Bitcoin-Spot-ETFs seit dem Hoch im Oktober 2025 um fast 100.000 Bitcoin geschrumpft sind. Noch schlimmer ist, dass die durchschnittlichen Anschaffungskosten der noch im Markt befindlichen Investoren bei etwa 90.000 US-Dollar liegen, was bedeutet, dass große Mengen an Coins „deutlich festgesetzt“ sind. Diese Investoren tendieren jetzt eher dazu, bei Kursgewinnen zu verkaufen oder Stop-Loss-Orders auszulösen, anstatt bei Kursrückgängen zuzukaufen.
Zweitens ist die makroökonomische Lage, die die Marktstimmung drückt. Kürzlich sind die US-Wirtschaftsdaten gemischt ausgefallen, und der Markt rechnet allgemein damit, dass die Federal Reserve erst nach dem Führungswechsel im Juni eine klare Zinssenkung vornehmen wird. Diese Unsicherheit macht es für Kryptowährungen in den nächsten Monaten schwierig, neue Kapitalzuflüsse zu generieren.
Trotz der kurzfristig pessimistischen Einschätzung betont Geoffrey Kendrick, dass die langfristigen Aussichten für den Kryptowährungsmarkt weiterhin stabil sind. Dieser Abwärtstrend sei im Vergleich zu früheren Bärenmärkten noch relativ mild. Anders als im Jahr 2022, als systemische Risiken wie der Zusammenbruch von Terra/Luna und FTX zu massiven Turbulenzen führten, gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Welle von Plattformpleiten. Dies zeige, dass der Markt mit zunehmender institutioneller Beteiligung widerstandsfähiger geworden sei.
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