Der Schweizer Bankriese UBS Group AG wird einigen seiner Privatbankkunden den Zugang zu Krypto-Investitionen eröffnen, berichteten Personen mit Kenntnis der Angelegenheit gegenüber Bloomberg.
Die Maßnahmen von UBS stehen im Einklang mit den Interessen und der Nachfrage einiger der wohlhabendsten Bankkunden der Welt, da die Bank der weltweit größte Vermögensverwalter ist. Sie verwaltete bis September etwa 4,7 Billionen US-Dollar an Vermögen für High Net Worth- und Ultra-High Net Worth-Kunden.
Das Kerngeschäft konzentriert sich auf Privatbank- und Beratungsdienstleistungen für wohlhabende Einzelpersonen und deren Familien, anstatt auf Masseneinzelhandel.
UBS gewann im Jahr 2023 erheblich an Einfluss, als die Schweizer Behörden die Bank zwangen, mit Credit Suisse zu fusionieren, nachdem jahrelange Skandale das Vertrauen in den 167 Jahre alten Kreditgeber erschüttert hatten. Im Jahr 2021 erlebte Credit Suisse zwei große Ausfälle: einen Verlust von 5,5 Milliarden US-Dollar nach dem Zusammenbruch des Archegos Capital Family Office und einen $10 Milliardenverlust, als die Lieferkettenfinanzierung von Greensill Capital eingefroren wurde.
Als der eilige Deal abgeschlossen wurde, stiegen die verwalteten Vermögen bei UBS fast über Nacht um etwa 1,5 Billionen US-Dollar.
Die anonymen Quellen sagten, die Bank arbeite noch an der endgültigen Entscheidung, wie der Krypto-Zugang für Kunden ausgerollt werden soll. Wenn es soweit ist, sagte die Quelle, würde der Krypto-Handel für ausgewählte Kunden in der Schweiz verfügbar sein, um Bitcoin und Ethereum zu kaufen und zu verkaufen. Danach könnte es auf den Asien-Pazifik-Raum ausgeweitet werden.
Die Bank reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme von Decrypt.
Zum Zeitpunkt des Schreibens wurde Bitcoin bei 90.132 US-Dollar gehandelt, nachdem er in der vergangenen Woche um fast 5 % gefallen war, so der Krypto-Preisaggregator CoinGecko. Und Ethereum ist auf 2.967 US-Dollar gefallen, nachdem es seit letzter Woche um 10 % gesunken ist.
Die Schweiz ist zu einer der europäischen Regionen geworden, die für Krypto-Unternehmen am freundlichsten sind. Im November erhöhte die Schweizer Nationalbank still und heimlich ihre Bitcoin-Exposition.
Und einige US-Firmen sahen die Schweiz nach der Schließung von zwei kryptofreundlichen US-Banken im Jahr 2022—Silvergate Capital und Signature Bank—als sicheren Hafen. Schweizer Banken sagten Reuters damals, dass es einen Anstieg bei eingehenden Anfragen von US-Unternehmen gebe, die im Ausland nach Bankpartnern suchen.