Franklin Templeton hat zwei institutionelle Geldmarktfonds, die von Western Asset Management verwaltet werden, neu positioniert, um Stablecoin-Reserven im Rahmen des GENIUS-Gesetzes zu unterstützen und auf blockchain-fähigen Vertriebsplattformen zu operieren. Dies signalisiert einen weiteren Schritt in Richtung der Verschmelzung traditioneller Liquiditätsprodukte mit tokenisierter Finanzwirtschaft.
Am Dienstag erklärte Franklin Templeton, dass die Aktualisierungen für zwei bestehende Rule 2a-7 Staatsgeldmarktfonds gelten, wodurch ihre Nutzbarkeit im regulierten digitalen Finanzwesen erweitert wird, ohne ihren Status als traditionelle, bei der Securities and Exchange Commission (SEC) registrierte Produkte zu verändern. Die Maßnahme zielt auf zwei schnell wachsende Anwendungsfälle ab: Stablecoin-Reservenmanagement und blockchain-basierte Fondsverteilung.
Die erste Aktualisierung betrifft den Western Asset Institutional Treasury Obligations Fund, der umstrukturiert wurde, um den Reserveanforderungen im Rahmen des Guiding and Establishing National Innovation for U.S. Stablecoins Act zu entsprechen. Der Fonds investiert jetzt ausschließlich in US-Staatsanleihen mit Laufzeiten von 93 Tagen oder weniger und positioniert sich für den Einsatz durch Stablecoin-Emittenten, die unter dem im Juli 2025 verabschiedeten Bundesrahmenwerk operieren.
Franklin Templeton verwies auf den wachsenden Stablecoin-Markt als Treiber der Nachfrage nach regulierten, hochwertigen Liquiditätsprodukten. Da Stablecoins zunehmend für Zahlungen, Abrechnungen und Sicherheiten verwendet werden, suchen institutionelle Emittenten nach konformen Reservevermögen, die mehr wie Infrastruktur als Spekulationen funktionieren.
Die zweite Aktualisierung betrifft den Western Asset Institutional Treasury Reserves Fund, der eine Digital Institutional Share Class eingeführt hat, die für die Verteilung über blockchain-fähige Vermittlerplattformen konzipiert ist. Genehmigte Vermittler können Blockchain-Technologie nutzen, um den Besitz von Fondsanteilen zu erfassen und zu übertragen, was schnellere Abrechnungen und Transaktionen rund um die Uhr ermöglicht.
Wichtig ist, dass Franklin Templeton betonte, dass der Fonds selbst ein traditionelles Geldmarktfahrzeug bleibt. Das Unternehmen erklärte, dass die Blockchain-Komponente beeinflusst, wie Anteile verteilt und erfasst werden, nicht jedoch die zugrunde liegende Anlagestrategie oder den regulatorischen Rahmen. Kurz gesagt, es sind die technischen Änderungen, nicht das Produkt im Regal.
Matt Jones, Leiter der institutionellen Liquidität bei Franklin Templeton, bemerkte, dass die Aktualisierungen eine Bestrebung widerspiegeln, Innovation mit Risikomanagement in Einklang zu bringen, und argumentierte, dass frühe Adoption nur dann relevant ist, wenn sie mit operativer Disziplin gepaart ist.
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Roger Bayston, der Leiter der digitalen Vermögenswerte des Unternehmens, sah die Maßnahme als Reaktion auf die wachsende institutionelle Nachfrage nach regulierten Fonds, die innerhalb der digitalen Marktinfrastruktur funktionieren, anstatt zu versuchen, Geldmarktfondsprodukte selbst neu zu erfinden.
Die Ankündigung ergänzt die breitere Digital-Asset-Strategie von Franklin Templeton, die sich auf die Integration von Blockchain-Technologie in bestehende Finanzprodukte konzentriert, anstatt Krypto-native Alternativen zu starten. Seit 2018 investiert das Unternehmen in Tokenisierungsforschung, Data Science und blockchain-basierte Fondsinfrastruktur.
Da tokenisierte Fonds an Bedeutung gewinnen, hebt der Ansatz des Unternehmens ein breiteres Branchenthema hervor: Institutionen scheinen mehr daran interessiert zu sein, vertraute Produkte interoperabel mit Blockchain-Systemen zu machen, als sie vollständig zu ersetzen.
Vorerst liest sich die Aktualisierung von Franklin Templeton weniger wie ein Sprung ins Unbekannte und mehr wie eine vorsichtige Nachrüstung—moderne Schienen, die alten Motoren hinzugefügt werden, mit Regulierungsbehörden fest im Fahrersitz.