Laut dem neuesten Bericht der UBS bleibt der globale Markt für Rechenzentrumsgeräte weiterhin heiß, mit einer im Bau befindlichen Kapazität von 25 GW. Es wird erwartet, dass das Marktwachstum im Jahr 2026 20-25 % erreichen wird und die intensive Investitionstätigkeit mindestens bis 2027 anhält. Zudem zeigen sich erste Anzeichen für die Monetarisierung von KI. Der Artikel basiert auf einem Beitrag des Wall Street Journal und wurde von Foresight News zusammengefasst, übersetzt und verfasst.
(Vorherige Zusammenfassung: J.P. Morgan Ausblick 2026: Wirtschaftliche und politische Divergenz, rasanter Anstieg der KI-Adoption)
(Hintergrund: Bank of America – 10 große Prognosen für 2026: Anhaltender KI-Boom, überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum in China und den USA)
Im neuesten Deep-Dive-Bericht vom 5. Dezember kommt UBS zu dem Schluss, dass der globale Markt für Rechenzentrumsgeräte „keinerlei Anzeichen einer Abkühlung“ zeigt. Nach neuesten Daten des UBS Evidence Lab befindet sich die globale Rechenzentrumskapazität in einer Phase rascher Expansion; die derzeit im Bau befindliche Kapazität beträgt 25 GW, die bestehende Betriebskapazität ca. 105 GW. Das Analystenteam um Andre Kukhnin hebt in dem Bericht hervor, dass angesichts der Umwandlung laufender Projekte in tatsächliche Kapazität und der weiterhin steigenden Investitionsausgaben der Hyperscaler die Branche nach einem Wachstum von ca. 25-30 % im Jahr 2025 ihre Dynamik auch 2026 beibehalten wird.
Auf Basis der starken Pipeline-Daten und sehr niedriger Leerstandsquoten hebt UBS die mittelfristigen Wachstumserwartungen für die Branche an. Für 2026 wird ein Marktwachstum von 20-25 % (inkl. Strom, Kühlung und IT-Equipment) prognostiziert. Diese optimistische Prognose widerspricht direkt den jüngsten Marktdiskussionen rund um eine „KI-Blase“. UBS betont, dass die Akzeptanzrate von Generativer KI (GenAI) exponentiell wächst. Obwohl die Monetarisierung noch in den Kinderschuhen steckt, gibt es bereits signifikante Umsätze mit einem annualisierten wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 17 Milliarden US-Dollar. Die zunehmende Anwendung dieser Technologie sowie der durch die kürzeren Lebenszyklen der KI-Server entstehende Ersatzbedarf unterstützen die langfristige Dynamik der gesamten Wertschöpfungskette.
Anhebung der Wachstumserwartungen, Flüssigkeitskühlung als Treiber
Im aktuellen Bericht aktualisiert UBS die zentralen Annahmen zum Markt für Rechenzentrumsgeräte. Nach einem Marktwachstum von 25-30 % im Jahr 2025 wird für 2026 eine Wachstumsrate von 20-25 % erwartet, gefolgt von 15-20 % im Jahr 2027 und einem stabilen jährlichen Wachstum von 10-15 % zwischen 2028 und 2030.
Das Vertrauen in diese Prognose stützt sich auf eine Vielzahl von Datenquellen. Nach Einschätzung von UBS liegen die Leerstandsquoten in Nordamerika, Europa und der Asien-Pazifik-Region weiterhin auf historischen Tiefstständen ( 1,8 %, 3,6 % bzw. 5,8 %), was auf einen deutlichen Nachfrageüberhang hindeutet. Pipeline-Daten des UBS Evidence Lab legen nahe, dass selbst ohne neue Projekte die geplanten Kapazitäten bis 2029 den jährlichen kumulierten Wachstumsraten (CAGR) von 21 % für 2025-2029 ermöglichen.
Im Segment Kühlung sticht der Markt besonders hervor. Mit der steigenden Leistungsdichte von KI-Chips erwartet UBS, dass das Kühlungssegment bis 2030 eine jährliche Wachstumsrate von ca. 20 % beibehält, wobei Flüssigkeitskühlung (Liquid Cooling) mit einem Wachstum von 45 % die führende und am schnellsten wachsende Nische sein wird.
Starke Investitionsintensität, steigender Wert pro Megawatt
Bezüglich der Marktbedenken zur Nachhaltigkeit der Investitionsausgaben (Capex) zeigt eine Kostenstrukturanalyse von UBS, dass sich die Baukosten für KI-Rechenzentren strukturell verändern. Im Vergleich zu herkömmlichen Rechenzentren steigen die Kosten pro Megawatt bei KI-Rechenzentren um ca. 20 %, hauptsächlich getrieben durch Upgrades bei Kühlung und Strominfrastruktur. Ein noch wichtigerer Faktor ist allerdings der sprunghafte Anstieg der IT-Equipment-Kosten – aufgrund teurer KI-Chips ist ihr Anteil an den Gesamtkosten deutlich gestiegen, die Megawattkosten liegen beim 3- bis 4-fachen des traditionellen Niveaus. Dadurch sinkt die Preissensibilität der Kunden auf der Anlagenseite (Facility), wovon die Anbieter von Upstream-Ausrüstung profitieren.
Zur finanziellen Situation der Hyperscaler merkt UBS an, dass die Investitionsausgaben im Verhältnis zum Umsatz (Capex/Sales) im Vergleich zu 2023 mehr als verdoppelt wurden und nun bei 25-30 % liegen. Dennoch machen die aktuellen Investitionen rund 75 % des operativen Cashflows (OCF) der Branche aus und sind damit im kontrollierbaren Bereich. Das UBS Technology Hardware Team prognostiziert, dass diese intensive Investitionsphase mindestens bis 2027 anhalten wird.
KI-Monetarisierung setzt ein, Blasenrisiken werden gemindert
Für Investoren besonders relevante Fragen zu „Rendite“ und „Monetarisierung“ werden im UBS-Bericht mit positiven Frühindikatoren beantwortet. UBS schätzt, dass die wichtigsten KI-nativen Anwendungen bereits einen annualisierten wiederkehrenden Umsatz (ARR) von 17 Milliarden US-Dollar erzielen – das entspricht etwa 6-7 % des aktuellen SaaS-Gesamtmarktes.
UBS betont, dass GenAI als Technologie eine beispiellose Adoptionsgeschwindigkeit aufweist. Eine aktuelle Umfrage von McKinsey zeigt zudem, dass Unternehmen im vergangenen Jahr durch den Einsatz von KI im Schnitt 3,6 % Umsatzwachstum und 5 % Kostenreduktion erzielen konnten.
Dennoch weist UBS auf potenzielle physische Einschränkungen hin. Die Stromversorgung gilt als größter Engpass, insbesondere in Europa, wo Netzanschlüsse in einigen Metropolregionen bereits bis in die 2030er Jahre terminiert sind. Außerdem wird erwartet, dass Rechenzentren 2025-2030 mehr als 60 % des zusätzlichen Strombedarfs in den USA ausmachen werden, was Herausforderungen für Netzstabilität und Lieferketten bedeutet. Allerdings sieht UBS diese Engpässe eher als wertsteigernd für bestehende Assets und nicht als das Ende des Investitionszyklus.
Technologie-Iteration bringt Gewinner und Verlierer
Mit dem Übergang von klassischen 10kW-Racks zu 100kW und mehr im KI-Zeitalter verändert sich die technische Infrastruktur grundlegend. Besonders hebt UBS den Trend zur 800V-Gleichstrom-Architektur (DC) hervor, die voraussichtlich Ende 2028 bis Anfang 2029 breit eingesetzt werden wird.
Dieser Technologiewechsel wird das Wettbewerbsumfeld neu ordnen. UBS erwartet, dass der Bedarf an Mittelspannungs-(MV)-Ausrüstung stabil bleibt, während Niederspannungs-(LV)-Wechselstromanlagen zunehmend durch Gleichstrom mit höherer Spannung verdrängt werden könnten. Hersteller mit vollständigem Mittelspannungs-Produktportfolio und Innovationskraft sind in dieser Entwicklung besser aufgestellt.
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〈Widerlegung der KI-Blasen-These! UBS: Rechenzentrumsmärkte ohne Abkühlung, Wachstumsprognose für kommendes Jahr auf 20-25 % angehoben〉 erschien zuerst auf BlockTempo, dem einflussreichsten Blockchain-Newsportal.