Thailand macht einen entscheidenden Schritt bei der Regulierung von Krypto-Assets. Das thailändische Kabinett hat bedeutende Änderungen am „Derivategesetz“ genehmigt, wodurch Kryptowährungen offiziell in den Geltungsbereich regulierter Derivate als zugrunde liegende Vermögenswerte aufgenommen werden. Dies bedeutet, dass Krypto-Assets im Rahmen des thailändischen Kapitalmarkts als konforme Finanzinstrumente anerkannt werden, die für Hedging, Preisbildung und strukturierte Transaktionen verwendet werden können.
Der Generalsekretär der Securities and Exchange Commission (SEC) Thailands, Pornanong Budsaratragoon, erklärte, dass dieser Schritt die Investitionsmöglichkeiten erweitern, das Risikomanagement stärken und den Markt in Richtung höherer Transparenz und Diversifizierung entwickeln werde. Die Aufsichtsbehörde wies zudem darauf hin, dass in Kürze begleitende Regelungen ausgearbeitet werden, um das Derivate-Label-System anzupassen, die Erlaubnis für digitale Vermögenswerte zu erweitern und die Standards für Handel, Abwicklung und Risikokontrolle zu überprüfen.
Laut Plan wird die SEC auch mit der Thailand Futures Exchange (TFEX) zusammenarbeiten, um detaillierte Vertragsregelungen zu entwickeln, die besser auf die Volatilität digitaler Vermögenswerte abgestimmt sind, um eine Fehlanpassung zwischen traditionellen Derivaterisikomanagement-Frameworks und den Risiken von Krypto-Assets zu vermeiden. Branchenexperten sind sich einig, dass dies den Weg für einen „regulierten Krypto-Derivatemarkt“ und „institutionelle Krypto-Hedging-Tools“ ebnen wird.
Der Policy-Strategieexperte und Gründer von Gather Beyond, Pichapen Prateepavanich, betonte, dass diese Gesetzesänderung im Wesentlichen darauf abzielt, „Regulierung und Marktrealität in Einklang zu bringen“. Sie ist der Ansicht, dass, wenn die Strukturierung sinnvoll gestaltet ist, Krypto-Derivate die Liquidität verbessern, Hedging unterstützen und institutionelle Gelder anziehen können. Andernfalls werde der Markt weiterhin eine geringe Tiefe und hohe Volatilität aufweisen. Sie wies jedoch auch darauf hin, dass systemische Risiken weiterhin bestehen könnten, wenn Informationsoffenlegung und Kapitalausstattung unzureichend sind.
Rückblickend hat Thailand seit der Einführung des „Emergency Decree on Digital Asset Business“ im Jahr 2018 schrittweise ein Regulierungssystem aufgebaut, das auf Lizenzierung, Durchsetzung und Anlegerschutz basiert. In den letzten Jahren wurde es auf Stablecoins, Fondsinvestitionen in digitale Vermögenswerte, tokenisierte Vermögenswerte und die Planung von Krypto-ETFs ausgeweitet. Die aktuelle Aufwertung des Derivategesetzes gilt als entscheidender Meilenstein für die vollständige Integration von Krypto-Assets in das reguläre Finanzsystem Thailands.
In einem globalen Kontext, in dem viele Länder weiterhin vorsichtig gegenüber Krypto-Derivaten sind, könnte dieser Schritt Thailands seine strategische Position im Bereich der digitalen Finanzregulierung in Asien stärken.
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