Am 10. Februar wurde bekannt, dass nach dem erheblichen Rückgang des Kryptomarktes Ende Januar immer mehr Investmentfirmen ihren Fokus auf künstliche Intelligenz richten, um Verluste durch Algorithmen zu reduzieren oder sogar Rebound-Chancen zu suchen. Der CEO des Vermögensverwalters Nickel Digital, Anatoly Crachilov, erklärte jedoch offen, dass künstliche Intelligenz kein „Retter in der Not bei Markttiefs“ sei; entscheidend bleibe die Risikomanagement und menschliches Urteilsvermögen.
Laut der neuesten Umfrage von Nickel Digital gaben etwa 96 % der befragten Handelsunternehmen an, dass künstliche Intelligenz ein integraler Bestandteil ihrer Kerninvestitionsprozesse sei. Diese Institutionen verwalten zusammen Vermögenswerte in Höhe von etwa 14 Billionen US-Dollar. Crachilov betonte jedoch, dass Modelle allein menschliches Eingreifen nicht ersetzen können. Maschinelles Lernen und Vorhersagesysteme sind zwar gut darin, historische Daten zu verarbeiten, aber sie sind weniger in der Lage, Fehlinformationen oder ungewöhnliche Schwankungen zu erkennen, was zu verzerrten automatisierten Entscheidungen führen kann.
Er wies darauf hin, dass Nickel während der jüngsten Marktturbulenzen weiterhin Vertrauen in die Jahresperformance habe, was vor allem auf strenge Risikokontrollmechanismen zurückzuführen sei. Das Unternehmen setzt für jeden Fondsmanager eine maximale Drawdown-Grenze, sodass bei erhöhter Volatilität oder Erreichen dieser Schwelle, selbst wenn die Strategie durch künstliche Intelligenz gesteuert wird, eine automatische Pause erzwungen wird, um übermäßige Verluste im Portfolio zu vermeiden.
Nickel nutzt ein hochstrukturiertes Überwachungssystem, das täglich über 100 Millionen Datenpunkte aus den zugrunde liegenden Konten sammelt, wobei dennoch eine menschliche Überprüfung erfolgt. Crachilov erwähnte, dass Datenquellen aufgrund von Verzögerungen oder Fehlern ungewöhnliche Werte erzeugen könnten, beispielsweise eine „Nullstellung“ der Position. In solchen Fällen könnte eine vollständige automatische Reaktion unnötige Stop-Loss-Orders auslösen und den Schaden vergrößern.
Der Investor-Relations-Chef von Nickel, Charles Adams, ergänzte, dass das Hauptziel darin bestehe, das Risiko eines Single Point of Failure zu eliminieren. Nickel verwaltet mit über 80 Fondsmanagern eine mehrschichtige Struktur, die Hunderte bis Tausende von Subkonten abdeckt, um sicherzustellen, dass kein einzelnes System oder Agent versagt und die Gesamtsicherheit der Gelder gefährdet.
Diese Aussagen verdeutlichen eine Realität: Während die Integration von künstlicher Intelligenz in den Kryptowährungshandel beschleunigt wird und die Technik Effizienz sowie Einblicke verbessern kann, bleiben Disziplin, Vorsicht und menschliches Risikomanagement in volatilen Märkten entscheidend, um systemische Fehler zu verhindern.