Das US-Bundesgericht hat den Gründer von „Incognito Market“, Rui-Siang Lin, zu einer hohen Strafe verurteilt. Er wurde wegen des Betriebs einer auf Kryptowährungen basierenden Darknet-Drogenhandelsplattform zu 30 Jahren Haft verurteilt und 105.045.109 US-Dollar an illegalen Erlösen eingezogen. Der Fall gilt als einer der schwerwiegendsten Durchsetzungsfälle im Bereich „Kryptowährung Darknet-Drogenmärkte“ der letzten Jahre.
Laut Angaben des Office of the United States Attorney for the Southern District of New York lief Incognito Market von Oktober 2020 bis März 2024, als es geschlossen wurde. Die Plattform nutzte ein Kryptowährungs-Zahlungssystem und einen internen Überweisungsmechanismus namens „Incognito Bank“, um anonyme Transaktionen für Nutzer weltweit anzubieten. Insgesamt wurden über 640.000 Transaktionen mit einem Gesamtbetrag von über 1,05 Milliarden US-Dollar abgewickelt, mit mehr als 400.000 registrierten Käufern und über 1.800 Verkäufern.
Die Ermittlungen ergaben, dass die illegalen Waren, die auf der Plattform verkauft wurden, hauptsächlich Drogen waren, darunter Heroin, Kokain, LSD, MDMA, Methamphetamin, Ketamin, Alprazolam sowie gefälschte Medikamente, die als verschreibungspflichtige Medikamente gekennzeichnet waren. Dabei wurde bei einer großen Menge an „Oxikodon“ tatsächlich Fentanyl nachgewiesen, was mindestens einen Todesfall direkt verursachte und Hunderttausende von Familien betraf.
Richterin Colleen McMahon erklärte bei der Urteilsverkündung, dass das Verhalten von Rui-Siang Lin ein „transnationales digitales Drogenimperium“ darstelle und betonte, dass er die anonyme Natur der Blockchain nutzte, um die Geldflüsse der Kriminalität zu verschleiern. Die Staatsanwaltschaft enthüllte außerdem, dass Lin vor der Schließung der Plattform Nutzerfinanzen veruntreut und versucht hatte, durch die Offenlegung von Transaktionsaufzeichnungen Erpressung auszuüben.
Der Fall steht auch im Zusammenhang mit mehreren jüngsten Durchsetzungsmaßnahmen gegen „Kryptowährung-Waschgeld- und Darknet-Fälle“, darunter die Beschlagnahmung von Vermögenswerten bei Helix-Mixer und BidenCash-Blackmarket. Die US-Justiz kündigte an, die Überwachung und Bekämpfung von „Darknet-Kryptowährungsstraftaten“, „Bitcoin-Waschgeldkanälen“ und anonymen Zahlungssystemen künftig weiter zu verstärken.
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