Die regierende Demokratische Partei Südkoreas hat am 8. April 2026 einen Digital-Asset-Basisgesetzesentwurf vorgeschlagen, der für Stablecoin-Emittenten bankähnliche Anforderungen an Reserven, Kapital und den Betrieb vorsieht und Erträge aus ungenutzten Stablecoin-Salden verbietet, während gleichzeitig tokenisierte Real-World-Assets (RWAs) unter bestehende Finanzrahmenwerke gebracht werden.
Der Vorschlag zielt darauf ab, Korea als Vorreiter im Bereich der digitalen Finanzen zu positionieren, ist jedoch von Gesetzesverzögerungen über seine ursprüngliche 2025er Frist hinaus betroffen, nachdem es zwischen der Bank of Korea und der Financial Services Commission Uneinigkeit darüber gegeben hatte, wer zur Ausgabe won-gebundener Stablecoins berechtigt sein soll.
Der Gesetzentwurf kategorisiert Stablecoins als „Zahlungsmittel“ nach dem Foreign Exchange Transactions Act. Das bedeutet, dass die zuständigen lokalen Behörden für den Devisenverkehr Stablecoin-Unternehmen beaufsichtigen, ohne dass eine separate Registrierung erforderlich wäre. Kleinere Stablecoin-Transaktionen für Waren und Dienstleistungen wären von den Meldepflichten im Devisenverkehr ausgenommen. Dies ist ein Versuch, die alltägliche Nutzung zu fördern und gleichzeitig die Kontrolle über größere Überweisungen aufrechtzuerhalten.
Der Vorschlag würde außerdem Erträge aus ungenutzten Stablecoin-Salden verbieten, was die Debatten in den Vereinigten Staaten widerspiegelt, in denen ähnliche Einschränkungen in Betracht gezogen werden. Die Financial Services Commission (FSC) ist beauftragt, technische Standards für die Interoperabilität von Stablecoins zu entwickeln und ein einheitliches Offenlegungssystem für digitale Assets einzurichten.
Emittenten tokenisierter RWAs müssen die verknüpften Assets gemäß dem Capital Markets Act in einen verwalteten Treuhandfonds einzahlen, wobei weitere Details in einer Präsidialverordnung festgelegt werden sollen. Damit werden tokenisierte RWAs effektiv unter denselben regulatorischen Rahmen wie traditionelle Wertpapiere gestellt, was eine Hinterlegung der Vermögenswerte und die Verwahrung durch Dritte erfordert.
Rechtsträger, die wertgebundene digitale Assets ausgeben wollen (einschließlich Stablecoins, die an Fiat-Währungen oder RWAs gekoppelt sind), müssen eine Genehmigung einholen und Schwellenwerte für Kapital, Betriebsfähigkeit und Reservepläne erfüllen. Digitale-Asset-Unternehmen – einschließlich Handel, Brokerage, Verwahrung und Beratungsdiensten – würden unter Lizenz-, Registrierungs- und Meldepflichten fallen.
Das Gesetz würde Regeln zu Offenlegungen, internen Kontrollen und zum Marktverhalten festlegen, darunter Verbote unfairer Handelspraktiken wie Marktmanipulation und die Nutzung nicht öffentlicher Informationen. Ein Digital-Asset-Ausschuss würde geschaffen, um die Richtlinien zu prüfen und abzustimmen, zusammen mit nationalen Basis- und Umsetzungsplänen für den Sektor.
Das Digital-Asset-Basisgesetz ist der zweite Satz an digitalen Asset-Regulierungen Südkoreas. Die Verhandlungen kamen Anfang 2026 ins Stocken, als die Bank of Korea darauf bestand, dass nur Banken mit 51% Beteiligung zur Ausgabe won-gebundener Stablecoins autorisiert werden sollten, während die Financial Services Commission warnte, solche Einschränkungen könnten Innovationen behindern. Der Gesetzentwurf hat seine ursprüngliche 2025er Frist verfehlt.
Der Vorschlag folgt neuen Regeln, die von der FSC und dem Financial Supervisory Service bekanntgegeben wurden und anordnen, dass alle inländischen Krypto-Börsen ein einziges, strenges System für einen Auszahlungsaufschub übernehmen sollen, um Voice-Phishing-Betrugsmaschen zu bekämpfen.
Welche zentralen Anforderungen gelten für Stablecoin-Emittenten nach dem vorgeschlagenen Gesetz Südkoreas?
Stablecoin-Emittenten müssten eine Genehmigung erhalten, strenge Reserven unterhalten, Kapital- und betriebliche Standards erfüllen und der Aufsicht im Devisenverkehr nachkommen. Der Gesetzentwurf würde außerdem Erträge aus ungenutzten Stablecoin-Salden verbieten und kleine Transaktionen von der Meldung im Devisenverkehr ausnehmen.
Wie würden tokenisierte Real-World-Assets nach dem Vorschlag reguliert?
Tokenisierte RWAs würden unter das Capital Markets Act fallen und erfordern, dass Emittenten die verknüpften Assets in einen verwalteten Treuhandfonds einzahlen. Zusätzliche Details werden durch eine Präsidialverordnung festgelegt, wodurch tokenisierte RWAs effektiv wie traditionelle Wertpapiere behandelt werden.
Warum wurde das Digital-Asset-Basisgesetz verzögert?
Der Gesetzentwurf hat seine 2025er Frist verfehlt, weil es zwischen der Bank of Korea, die wollte, dass nur mehrheitlich gehaltene Banken won-gebundene Stablecoins ausgeben, und der Financial Services Commission, die warnte, dass eine solche Einschränkung Innovationen unterdrücken könnte, Meinungsverschiedenheiten gab. Die regierende Demokratische Partei treibt den Vorschlag nun voran.