Die junge Generation in Südkorea löst derzeit eine beispiellose Investitionswelle an den Aktienmärkten aus. Laut dem südkoreanischen „JoongAng Ilbo“ entscheiden sich immer mehr Studierende dafür, zusätzlich zu ihren Lebenshaltungskosten Gelder „All in“ in den Aktienmarkt zu investieren und sogar in ihrer Vermögensaufteilung bis zu acht bis neun Zehntel in den Investmentmarkt zu stecken. Das spiegelt die starke Angst und Sehnsucht der jungen Leute wider, vor dem Hintergrund hoher Wohnimmobilienpreise und wirtschaftlichen Drucks ihr finanzielles Schicksal zu wenden.
Der Bericht führt aus, dass am 18. März dieses Jahres bei einer Campus-Tournee einer Wertpapierfirma an der Hongik-Universität in Seoul etwa 300 Studenten den Hörsaal füllten. Als der Referent fragte „Investiert ihr in Aktien?“, hob im Saal etwa die Hälfte der Studenten die Hand. Darüber hinaus zeigen diese neuen Generationen von Anlegern auch einen klaren Trend zur „Entkorea-Aktien“-Tendenz. Rund 65% der Studenten gaben an, dass sie hauptsächlich in ausländische Aktien investieren, insbesondere in US-Aktien. Zu den Gründen zählen unter anderem geringere Schwankungen und höhere erwartete Renditen. Im Gegensatz dazu fehlt es an Vertrauen in den südkoreanischen Heimat-Aktienmarkt.
„Wer nicht investiert, wird zum Armen“ Südkoreanische Studenten – All-in in den Aktienmarkt mit dem Geld über den Lebensunterhalt hinaus
Der Bericht weist darauf hin, dass einige Studenten monatlich nur etwa 1 Million Koreanische Won an Bargeld zurückbehalten und den restlichen Betrag vollständig in den Aktienmarkt investieren. Sogar wenn der Markt fällt, stocken sie auf und gehen in derartigen Phasen verstärkt hinein; sie betrachten den Börsencrash als „Gelegenheit zum Rabattieren“. So entscheiden sich beispielsweise einige Studenten bei einer Beeinträchtigung des Marktes durch die Lage im Mittleren Osten und bei einem starken Rückgang des KOSPI dafür, umfassend nachzulegen und auf eine künftige Erholung zu setzen.
Hinter solchen Anlageentscheidungen stehen strukturelle wirtschaftliche Belastungen. Die meisten befragten Studenten gaben an, dass es selbst dann schwierig ist, Geld für den Kauf von Immobilien im Hauptstadtgebiet zu sparen, wenn sie langfristig arbeiten und ansparen. Hinzu kommen Kreditbeschränkungen und ein sprunghafter Anstieg der Vermögenspreise, wodurch Aktien zu einem der wenigen Instrumente werden, mit denen man einen finanziellen Sprung realisieren könnte. Ein Student sagte offen: „Wenn man nicht in Aktien investiert, wird man zum Armen.“ Andere sind der Ansicht, dass man, wenn man nicht durch Vermögensaufbau ein Haus kaufen kann, zumindest über Investitionen Rücklagen für die Zeit der Rente vorbereiten sollte.
Daten zeigen: Die Rendite von Studenten liegt weit unter der von über 40-Jährigen – sogar um den Gesamtmarkt zu überholen reicht es nicht
Allerdings erleiden manche Studenten erhebliche Verluste, weil sie Hebelprodukte nutzen. So verloren sie beispielsweise 45%, nachdem sie in einen 2-fachen inversen ETF investiert hatten, und waren gezwungen, mit einem Stop-Loss auszusteigen. Ein weiterer Student gab zu, dass er während der Verlustphase sogar im Unterricht ständig den Aktienkurs überprüfte, was zeigt, dass das Investieren bereits Stress und Ablenkung in den Alltag gebracht hat.
Aus den Daten geht hervor, dass die tatsächliche Anlageperformance junger Menschen nicht zufriedenstellend ist. Eine Analyse von Wertpapierfirmen zeigt, dass die Renditen von Anlegern in ihren 20ern und 30ern im Zeitraum Januar bis Februar 2026 jeweils nur 1.37% bzw. 2.11% betrugen – weit unter denen der Altersgruppe ab 40 Jahren. Zudem lagen sie deutlich hinter dem Anstieg des KOSPI im selben Zeitraum zurück, der bei etwa 45 % lag. Das zeigt, dass junge Anleger die Marktentwicklung nicht effektiv mit der Performance des Marktes Schritt halten konnten.
Anlagen von Studenten zeigen „Entkorea-Aktien“, es fehlt Vertrauen in den südkoreanischen Aktienmarkt
Darüber hinaus zeigen die Anlageziele dieser neuen Generation von Anlegern ebenfalls einen klaren Trend zur „Entkorea-Aktien“-Ausrichtung. Rund 65% der Studenten gaben an, dass sie hauptsächlich in ausländische Aktien investieren, insbesondere in US-Aktien. Zu den Gründen zählen unter anderem geringere Schwankungen und höhere erwartete Renditen. Im Vergleich dazu fehlt es an Vertrauen in den südkoreanischen Heimat-Aktienmarkt.
Was die Informationsquellen betrifft, bevorzugen junge Anleger eher Communitys in sozialen Medien und Online-Communities statt auf Berichte traditioneller Wertpapierfirmen zurückzugreifen. Die Umfrage zeigt, dass „Investment-Communities und Online-Communities“ die größte Informationsquelle sind; danach folgen YouTube, SNS und Blogs. Auch der Anteil derjenigen, die KI-Tools nutzen, um Anlageinformationen zu erhalten, steigt zunehmend. Im Vergleich dazu liegt der Anteil, der Anlage-Research-Berichte liest, nur bei etwa 8%.
Experten weisen darauf hin, dass sich diese Investitionshausse inzwischen allmählich zu einer Art generationsübergreifender Kultur entwickelt hat. Wissenschaftler analysieren, dass junge Menschen aufgrund begrenzten Kapitals dazu neigen, ihr Geld auf ein einziges Anlageziel zu konzentrieren, statt Risiken zu streuen. Dazu kommt eine Angstpsychologie wie „Wenn man nicht investiert, wird man zurückgelassen“, wodurch das Marktverhalten noch extremer wird. Besonders in einer Umgebung mit hoher Volatilität kann ein Hebelinvestment zu dem Risiko von zwangsweisen Liquidationen führen; daher ist besondere Wachsamkeit erforderlich.
Dieser Artikel „Südkoreanische Studenten all-in in den Aktienmarkt – aber die Rendite läuft dem Gesamtmarkt um 45% hinterher! Die Anlageziele zeigen eine Entkorea-Aktien-Tendenz“ erschien zum frühesten Mal bei Lien News ABMedia.