Trump hält eine landesweite Ansprache und behauptet, er werde innerhalb von 2 bis 3 Wochen eine „äußerst massive“ Vergeltungsmaßnahme gegen den Iran starten, erwähnte jedoch mit keinem Wort eine konkrete Lösung für die Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Der Markt reagierte sofort mit Verkaufsdruck. Nomura warnt, dass asiatische Währungen gegenüber dem US-Dollar einem Abwärtsdruck ausgesetzt sind; falls die Volatilität zu schnell zunimmt, könnten die Zentralbanken der verschiedenen Länder ihre Interventionen verstärken, was die Renditen von Staatsanleihen weiter nach oben treiben würde.
(Vorgeschichte: Der iranische Präsident hat einen handschriftlichen Brief an das amerikanische Volk gesendet: „Der Krieg wurde nie von uns aus eröffnet“ – Versöhnung oder psychologischer Krieg?)
(Hintergrund-Ergänzung: Bitcoin nach dem Sprung über 69000 US-Dollar dann auf 67000 gefallen! 11,6 Millionen Personen liquidiert, 2,89 Milliarden $ Konkurs, das Handelsvolumen im Markt friert rasch ein)
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Die Reaktion des Marktes erklärt alles. Kaum war Trumps Rede gefallen, stieg der US-Dollar-Index auf 99.925, während die asiatischen Aktienmärkte synchron nachgaben – der Nikkei-Index fiel um 1,4%, der Kospi in Südkorea stürzte um 2,82% ab und der Hang-Seng-Index verlor 0,5%; auch der Ölpreis stieg stärker, Brent-Rohöl sprang an einem Tag um 5% nach oben. Die Beruhigungssignale, auf die Investoren gehofft hatten, blieben aus – stattdessen erhielt man nur noch mehr Bedrohungen.
Der globale Leiter der Marktstudien bei Nomura, Rob Subbaraman, stellt klar, dass Trumps Rede „keine klaren Signale ausgesendet hat, die die Lage wie vom Markt erhofft beruhigen bzw. die Spannung entschärfen“. Er warnt: Vor dem Hintergrund, dass sich die geopolitische Lage weiter zuspitzt, könnten asiatische Währungen gegenüber dem US-Dollar noch schwächer werden. Der australische Dollar und der Neuseeland-Dollar seien bereits um rund 0,6% gefallen, was diese Einschätzung bestätige.
Subbaraman führt weiter aus, dass die Eingriffskraft zwangsläufig zunehmen müsse, falls die Abwertung der Währungen zu schnell erfolgt und den Toleranzbereich der Zentralbanken der jeweiligen Länder übersteigt. Und sobald die Zentralbanken in großem Umfang in den Devisenmarkt eingreifen und dadurch ausländische Währungsreserven in großem Stil abgebaut werden, würden die Nebenwirkungen den inländischen Liquiditätsengpass verschärfen und damit den Renditedruck für Staatsanleihen nach oben treiben – für den ohnehin unter Druck stehenden asiatischen Markt für festverzinsliche Wertpapiere sei das ein zweischneidiges Schwert.
Auch die Reaktionen aus Teheran sind ähnlich hart. Laut dem iranischen offiziellen Tasnim-Nachrichtendienst beschuldigen die iranischen Behörden, dass der wahre Zweck von Trumps Rede sei, „den Krieg zu rechtfertigen und die große tiefe Sorge der US-Inlandsöffentlichkeit zu beseitigen“. Allerdings ist der Iran der Ansicht, dass die überwältigende negative Marktreaktion bereits bewiesen habe, dass Trumps Plan gescheitert ist.
In seiner Erklärung nennt der Iran noch direkter: „Der Markt hat die Tricks von Trump bereits vollständig durchschaut und darauf mit einer negativen Reaktion geantwortet.“ Diese Aussage ist praktisch so, als würde man Marktdaten als Waffe verwenden, um den psychologischen Krieg des Weißen Hauses zurückzuschlagen.
Die zentrale Pattsituation bei der Straße von Hormus bleibt weiterhin ungelöst. In seiner Rede äußerte Trump lediglich, dass die Länder „sich selbst um diesen Korridor kümmern“ sollten; für die Wiedereröffnungspläne der globalen Öl-Ader brachte er zu keiner Zeit konkrete Zusagen.
Das nächste Staffelholz diplomatischer Vermittlung liegt derzeit in den Händen Großbritanniens. Berichten zufolge plant Großbritannien, diese Woche eine internationale Konferenz zur Diplomatie auszurichten und die relevanten Parteien zusammenzubringen, um über den Wiedereröffnungsweg der Straße von Hormus zu beraten – der bislang bekannteste Versuch mit konkretem mehrseitigem Austausch.
Für den Krypto-Markt sind steigende geopolitische Risiken seit jeher eine zweischneidige Variable: Risikoaversion treibt einen Teil des Kapitals dazu, in Bitcoin zu flüchten; doch wenn ein stärkerer US-Dollar gleichzeitig eintritt, dominiert in der Regel der Verkaufsdruck bei riskanten Vermögenswerten. Nach der eingetroffenen Nomura-Warnung wird es in den kommenden Wochen genau darauf ankommen, wie asiatische Investoren ihr Vermögen in einem Dreifach-Klemmen aus Wechselkursen, Zinsen und Ölpreisen neu ausrichten – das ist der Beobachtungsschwerpunkt.