Der Taipei District Court hat im Fall Jinghua City ein Urteil gefällt. Der ehemalige Bürgermeister von Taipei, Ko Wen-je, wurde wegen Verstoßes gegen das Anti-Korruptionsgesetz, Bestechung, Vorteilsnahme sowie öffentlicher Vermögensmissbrauch und Untreue zu insgesamt 17 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, mit 6 Jahren Entzug der bürgerlichen Rechte. Taipei Stadträtin Ying-Hsiao Wei wurde wegen Bestechung und Geldwäsche zu 15 Jahren und 6 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.沈慶京, Vorsitzender der威京-Gruppe, wurde wegen gemeinsamer Vorteilsnahme zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und mit einer Geldstrafe von 20 Millionen NT$ belegt.
Doch die Kryptowährungs-Community fragt sich vor allem: Stimmt es, dass die „1500 Bitcoins“ wirklich existieren? Hier wollen wir vorerst keine politischen Bewertungen abgeben. Das offizielle rechtliche Dokument der Staatsanwaltschaft erwähnt nur die „USB-Aufzeichnung + 15 Millionen NT$ Bargeld“. Aussagen wie „1500 Bitcoins“ oder „Cold Wallet“ stammen hauptsächlich aus politischen Talkshows und Taipei-Stadtratsmitglied Zhong Xiaoping, wurden aber von der Taipei District Prosecutors Office dementiert.
Laut Pressemitteilung des Taipei District Court zeigt die Vergleichsanalyse der auf dem USB gespeicherten Arbeitsmappe, dass diese hoch vertraulich ist und persönliche Aufzeichnungen von Ko Wen-je enthält. Entscheidend ist jedoch, ob die 15 Millionen NT$ tatsächlich übergeben wurden. Ko hatte Sun Shanshan gesagt: „Xiao Shen hat es bereits gegeben“, was das Gericht auch als Hinweis auf eine politische Spende von 2,1 Millionen NT$ von沈慶京 interpretierte. Es können jedoch auch andere Erklärungen nicht ausgeschlossen werden. Das Gericht kam letztlich zu dem Schluss, dass es an ausreichenden Beweisen fehlt. Selbst wenn die Behauptung stimmt, würde sie nur eine bereits verurteilte Tat ergänzen und keine neue Straftat darstellen; daher wurde kein Freispruch ausgesprochen.
Die „1500 Bitcoins“ wurden von Zhong Xiaoping erwähnt. Die Staatsanwaltschaft spricht nur von USB und 15 Millionen NT$ Bargeld.
Zunächst klären wir drei langjährige Missverständnisse: „USB“, „1500“ und „Bitcoin“. Die Urteilsbegründung und vorhandene Daten zeigen, dass die Quellen und die Glaubwürdigkeit dieser drei Begriffe unterschiedlich sind: Das offizielle Dokument der Staatsanwaltschaft erwähnt nur die „USB-Aufzeichnung + 15 Millionen NT$ Bargeld“ und enthält keine Hinweise auf Bitcoins. Aussagen wie „1500 Bitcoins“ oder „Cold Wallet“ stammen vor allem aus Talkshows und von bekannten Persönlichkeiten, wurden aber von der Taipei District Prosecutors Office dementiert.
Zurückgehend auf die Quellen: Zwischen August und September 2024 durchsuchte die Polizei Ko Wen-jes Wohnung und beschlagnahmte einen USB-Stick / externe Festplatte mit einer Excel-Arbeitsmappe, die von den Medien als „geheimer Kontenbuch“ bezeichnet wurde. Das Wochenmagazin berichtete zuerst, dass dort die Zeile „2022/11/1 Xiao Shen 1500沈慶京“ enthalten sei, was als eines der wichtigsten neuen Beweismittel für die Untersuchung gilt.
Die Interpretation von „1500“ wurde später hauptsächlich von Medien und Talkshows übernommen, meist als „15 Millionen NT$ Bargeldbestechung“ verstanden. Es gab auch Spekulationen über „1500 Bitcoins“, wobei Taipei-Stadtratsmitglied Zhong Xiaoping in einer Sendung erklärte: „1500 ist definitiv keine Tausend, sondern 1500 Bitcoins.“ Insgesamt haben Gericht und Staatsanwaltschaft in den offiziellen Dokumenten stets nur die „15 Millionen NT$ Bargeld“ behandelt und keine Kryptowährungen erwähnt.
Das von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmte USB enthält eine Arbeitsmappe, die eindeutig von Ko Wen-je persönlich erstellt wurde.
Das Taipei District Court stellte im Urteil fest, dass die auf dem beschlagnahmten externen Laufwerk befindliche Arbeitsmappe tatsächlich von Ko Wen-je erstellt wurde. Das Gericht betonte, dass die Dateien „vor der Durchsuchung zuletzt bearbeitet wurden“ und nach Vergleich der Inhalte mit Zeugenaussagen größtenteils authentisch sind. Die Arbeitsmappe gilt als hoch vertraulich und wird als persönliche Aufzeichnung von Ko Wen-je angesehen, nicht als von Mitarbeitern erstelltes Dokument zur Unterstützung bei Spendenaktionen. Es handelt sich um persönliche Notizen, nicht um gefälschte Daten.
Kernpunkt: Die Arbeitsmappe ist kein Beweis im Sinne des Strafprozessrechts für Geschäftsbücher
Bezüglich des Eintrags „2022/11/1 Xiao Shen 1500沈慶京“ prüfte das Gericht die Kommunikationsaufzeichnungen und erkannte, dass „Xiao Shen“沈慶京 ist. Die Entscheidung stützt sich auf LINE-Chatverläufe, in denen沈慶京 sich selbst als „Xiao Shen“ oder „威京 Xiao Shen“ bezeichnete, z.B. „Bitte zurückrufen, Xiao Shen“ oder „In der Firma… Xiao Shen“. Das Gericht schloss daraus, dass die Bezeichnung eindeutig auf沈慶京 verweist.
Der entscheidende Punkt ist jedoch, ob die 15 Millionen NT$ tatsächlich übergeben wurden. Das Gericht stellte klar, dass die Arbeitsmappe kein Beweis im Sinne des Strafprozessrechts für ein Geschäftsbuch ist, sondern nur eine Aussage des Angeklagten außerhalb des Verfahrens.
Quelle: Pressemitteilung des Taipei District Court, generiert mit NotebookLM, mögliche Tippfehler enthalten.
Das Gericht betonte: „Das Selbstgeständnis des Angeklagten darf nicht als alleiniges Beweismittel für eine Verurteilung herangezogen werden.“ Selbst wenn der Inhalt der Arbeitsmappe wahr ist, braucht es zusätzliche Beweise, die zweifelsfrei die Tat nachweisen. Das Gericht prüfte auch eine weitere wichtige Aussage: Ko Wen-je sagte gegenüber der damaligen Wahlkampfmanagerin Huang Shanshan: „威京 Xiao Shen hat es bereits gegeben, such ihn nicht mehr.“ Das wird vom Staatsanwalt als Beweis für den Zahlungseingang gewertet. Das Gericht ist jedoch der Ansicht, dass diese Aussage auch沈慶京 zugeschrieben werden könnte, der die 2,1 Millionen NT$ politische Spende über Mitarbeiter übergeben hat, nicht aber die 15 Millionen NT$ Bargeld. Es besteht also die Möglichkeit, dass andere Erklärungen für die Aussage existieren.
Das Taipei District Court: Es fehlen Beweise für die tatsächliche Übergabe von 15 Millionen NT$
Daher lautet das endgültige Urteil: Abgesehen von der Arbeitsmappe gibt es derzeit keine ausreichenden Beweise, um die tatsächliche Übergabe der 15 Millionen NT$ nachzuweisen. Es kann nicht bewiesen werden, dass die Bestechung tatsächlich stattgefunden hat. Da aber, wenn die 15 Millionen NT$ tatsächlich übergeben worden wären, dies mit bereits verurteilter Tat kollidieren würde (sogenannte „Konkurrenz“ im Recht), wird kein Freispruch ausgesprochen.
Kurz gesagt: Das Gericht ist der Ansicht, dass selbst wenn die 15 Millionen NT$ existieren, sie im rechtlichen Sinne mit der bereits verurteilten Tat „zusammenfallen“ (im Recht „Konkurrenz“ genannt). Es würde keine eigenständige neue Straftat darstellen. Daher ist bei unzureichenden Beweisen keine separate Freispruchsentscheidung notwendig.
Kurz gesagt: Das Gericht glaubt, dass diese 1500 NT$ im Grunde nur eine „Bestätigung“ der bereits verurteilten Tat sind, also keine eigenständige neue Straftat. Selbst wenn die Beweise unzureichend sind, wird kein expliziter Freispruch für diese Summe ausgesprochen, weil sie rechtlich in die bereits verurteilte Tat integriert ist.
Zusammenfassung: Der Fokus liegt auf „Xiao Shen 1500“. Für Interessierte empfiehlt sich die Analyse des vom Taipei District Court veröffentlichten Urteils, das mit NotebookLM erstellt wurde.
Der Artikel „Xiao Shen 1500 – Ist es Bitcoin? Wie Richter im Ko-Wen-je-Urteil die Wahrheit im USB-Archiv interpretieren“ erschien zuerst bei ABMedia.