
Reuters berichtete am Montag unter Berufung auf Insider, dass Margaret Ryan, die ehemalige Leiterin der Enforcement-Abteilung der US-Börsenaufsicht SEC, vor ihrem Rücktritt am 16. März Konflikte mit SEC-Vorsitzendem Paul Atkins und anderen republikanischen politischen Ernennungen hatte. Der Kernstreitpunkt war: Ryan wollte Betrugsvorwürfe gegen Personen im Umfeld von Trump erheben, wurde jedoch von der SEC-Spitze daran gehindert.
Ryan trat nach über sechs Monaten als Leiterin der Enforcement-Abteilung zurück, ohne offizielle Gründe anzugeben. Reuters deckte eine tiefere politische Hintergrundgeschichte auf: Seit Trumps Amtsantritt hat sich die Haltung der SEC zu mehreren Kryptowährungsfällen grundlegend gewandelt. Viele Fälle, die während Genslers Amtszeit eingeleitet wurden, wurden entweder eingestellt oder durch Vergleiche beendet. Demokratische Abgeordnete haben eine enge Prüfung des plötzlichen Richtungswechsels der SEC eingeleitet und sehen darin Anzeichen politischer Einflussnahme.
März 2023: SEC verklagt Sun Yuchen und drei seiner Firmen wegen unerlaubtem Wertpapierverkauf und manipulativer, falscher Transaktionen.
November 2024: Sun Yuchen investiert 30 Millionen US-Dollar in das Kryptowährungsprojekt der Trump-Familie „World Liberty Financial“ und wird größter Investor.
Januar 2025: Sun Yuchen erhöht seine Investitionen auf insgesamt 75 Millionen US-Dollar.
Anfang März 2026: SEC einigt sich auf einen Vergleich über 10 Millionen US-Dollar, Sun Yuchen bestreitet und bestreitet die Vorwürfe nicht.
Ein SEC-Enforcement-Beamter sagte Reuters, dass die kontinuierliche Anpassung der Krypto-Regeln und die noch nicht endgültig festgelegten Vorschriften die technische Komplexität des Falls erhöhen. Ryan unterstützte den Vergleich, unterschrieb jedoch nicht die endgültigen Gerichtsunterlagen. Anwälte, die mit dem Fall vertraut sind, erklärten, dass die Argumentation in Sun Yuchens Fall überzeugend sei und die SEC gute Chancen auf einen Sieg gehabt hätte.
Der Musk-Fall ist ein weiterer Kernfall, der interne Konflikte bei der SEC auslöste. Im Januar 2025 reichte die SEC Klage gegen Elon Musk ein, weil er angeblich im frühen Jahr 2022 seine tatsächlichen Eigentumsverhältnisse an Twitter (jetzt X) nicht ordnungsgemäß offengelegt hatte, was ihm ermöglichte, bei niedrigeren Kursen weiter Aktien zu kaufen und unrechtmäßige Handelsvorteile zu erlangen.
Am 17. März 2026 erklärten SEC und Musk in gemeinsamen Gerichtsunterlagen, dass sie aktiv an einer Einigung verhandeln. Musk war zuvor Berater im Weißen Haus, und der Fall hat aufgrund seiner politischen Sensibilität besondere Bedeutung. Anwälte sagten, dass auch in rechtlicher Hinsicht gute Erfolgsaussichten für eine Klage gegen Musk bestehen. Bis zum Redaktionsschluss gab die SEC keine Stellungnahme ab, und Reuters konnte keinen Kontakt zu Ryan herstellen.
Laut Insider-Quellen von Reuters war ein Grund für Ryans Rücktritt die Art und Weise, wie die SEC Fälle im Umfeld von Trump behandelte. Sie wollte Betrugs- und andere Vorwürfe gegen Sun Yuchen und Musk erheben, stieß jedoch auf Widerstand von SEC-Vorsitzendem Paul Atkins und anderen republikanischen Politikern.
Die SEC verklagte Sun Yuchen im März 2023 wegen unerlaubtem Wertpapierverkauf und Manipulation. Im März 2026 wurde ein Vergleich über 10 Millionen US-Dollar erzielt, wobei Sun Yuchen die Vorwürfe weder bestätigte noch bestreitet. Anwälte, die mit dem Fall vertraut sind, halten die Argumentation für überzeugend und sehen gute Erfolgsaussichten für die SEC.
Seit Trumps Amtsantritt hat die SEC viele der während Genslers Amtszeit eingeleiteten Krypto-Fälle entweder eingestellt oder durch Vergleiche beendet. Demokratische Abgeordnete haben eine Untersuchung eingeleitet, da sie darin politische Einflussnahme vermuten. Der Richtungswechsel bei der Enforcement führte auch zu internen Konflikten, die schließlich zum Rücktritt der obersten Enforcement-Beamten führten.