Goldman Sachs kündigt 30% Rezessionswahrscheinlichkeit für die USA dieses Jahr an, behauptet aber gleichzeitig zwei Zinskürzungen bis Jahresende: Schlechte oder gute Nachrichten?

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Goldman Sachs Chefvolkswirt Jan Hatzius hebt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in den USA in den nächsten 12 Monaten auf 30 % an und senkt die GDP-Wachstumsprognose für das zweite Halbjahr auf 1,25 % bis 1,75 %. Das Modell GDPNow der Atlanta Fed rechnet ebenfalls mit einer deutlichen Abkühlung des Wachstums auf 2 %, nach zuvor 3,2 %.

Drei Brennpunkte gleichzeitig: Ölpreise, Zölle, Fiskalpolitik

Goldman Sachs nennt drei gleichzeitige Belastungsfaktoren für die US-Wirtschaft:

Erstens die geopolitischen Spannungen im Hormuzstraße-Gebiet. Bei anhaltender Blockade bis Mitte April bleiben die Ölpreise hoch, was die Finanzbedingungen um etwa 60 Basispunkte verschärft und das Wachstum im zweiten Halbjahr um 0,5 Prozentpunkte bremsen dürfte.

Zweitens die Durchdringung der Zoll-Inflation. Bis Februar 2026 haben Zölle bereits 76 Basispunkte zum Kern-PCE-Preis beigetragen. Obwohl dies als „vorübergehender Preiseffekt“ bezeichnet wird, bleiben die Inflationserwartungen für den Kern-PCE bei 2,5 %, noch immer über dem Ziel der Fed von 2 %.

Drittens das Auslaufen der fiskalischen Stimuli. Die fiskalische Unterstützung im Sommer letzten Jahres lässt nach, und die Auswirkungen der KI auf den Arbeitsmarkt könnten nach 2026 zunehmen. Goldman warnt, dass bei einer Abschwächung der Konjunktur Unternehmen durch Automatisierung schneller entlassen könnten, was die Arbeitslosenquote im Basisszenario auf 4,6 % steigen lässt, im schweren Szenario sogar auf 4,8 % bis 4,9 %.

Goldman Sachs vs. Anleihemärkte: 100 Basispunkte Differenz

Während die Mehrheit der Märkte eine Rezession erwartet und die Fed zu Zinssenkungen drängt, preisen die Anleihemärkte bereits Zinserhöhungen ein. Goldman Sachs hält jedoch an einer anderen Einschätzung fest: Hatzius prognostiziert, dass die Fed im September und Dezember jeweils um 25 Basispunkte senken wird, insgesamt also 50 Basispunkte im Jahr. Falls eine Rezession eintritt, sei der angemessene gewichtete Leitzins der Fed etwa 100 Basispunkte niedriger als die aktuelle Markterwartung.

Goldman Sachs argumentiert, dass die Märkte die kurzfristigen Inflationsdrucke überbewerten und die strukturelle Schwäche der Nachfrage unterschätzen.

Zinssenkungserwartungen und historische Szenarien im Kryptomarkt

Wenn die Rezessionssignale klar genug sind, wird die Fed von Erwartungshaltung zu tatsächlichem Handeln übergehen, was die Liquidität wieder in den Markt spült. Risikoanlagen, darunter Bitcoin, profitieren in der Regel am stärksten von solchen Szenarien, mit oft heftigen Aufholbewegungen.

Das klassische Szenario im Goldman-Report lautet: Rezessionswahrscheinlichkeit steigt → Zinssenkungsweg wird bestätigt → Liquiditätsaussichten verbessern sich → Risikoanlagen werden bullisch. Der genaue Zeitpunkt ist jedoch schwer vorherzusagen. Kommt die Rezession früher, verzögert sich die Zinssenkung, und die Marktvolatilität während der Wartezeit kann erheblich sein.

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