Die neuesten Änderungen im US-Kryptogesetz „Clarity Act“ wurden veröffentlicht. Der Kernpunkt ist: Stablecoins dürfen nicht wie Bankeinlagen einfach „ohne weiteres Zinsen abwerfen“. Stattdessen sind nur Belohnungsprogramme erlaubt, die auf Nutzerverhalten basieren. Hinter dieser Grenze steht der Kampf der traditionellen Bankenbranche um ihre Einlagensicherung.
(Frühere Zusammenfassung: SEC-Chef Atkins äußerte, dass die „Klarstellung im Krypto-Bereich“ nur der Anfang sei. Das eigentliche Kernstück ist ein 99%-fertiges Stablecoin-Gesetz。)
(Hintergrund: Entspannt sich der Konflikt zwischen den USA und dem Iran? Trump sagt, die Verhandlungen seien erfolgreich. Bitcoin reagiert stark und durchbricht die Marke von 71.000 USD。)
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Der zweite Baustein im US-Kryptogesetz sorgt bei vielen DeFi-Experten für Unsicherheit. Laut CoinDesk-Informationen wurde am Montag im geschlossenen Kongress-Meeting erstmals der aktuelle Entwurf des „Digital Asset Market Clarity Act“ (Clarity Act) im Detail vorgestellt.
Der neue Entwurf setzt klare Grenzen bei den Erträgen von Stablecoins:
Verbot von „Salden-basierten Erträgen“: Nutzer dürfen nicht allein durch das Halten von Stablecoins Zinsen erhalten. Jegliche Gestaltung, die Bankeinlagenzinsen ähnelt, ist untersagt.
Erlaubt sind „Verhaltensbasierte Belohnungen“: Wenn Nutzer durch bestimmte Aktionen (z. B. Nutzung des Protokolls, Abschluss von Transaktionen) Belohnungen erhalten, fallen diese nicht unter das Verbot.
Diese Unterscheidung erscheint klar, doch die genaue Definition von „Aktivität“ ist derzeit unpräzise. Das Gesetz lässt viel Interpretationsspielraum und birgt potenzielle Konflikte mit zukünftiger Regulierung.
Diese Regelung ist kein Zufall. Die traditionelle Bankenbranche übt seit langem Druck auf den Kongress aus, um sicherzustellen, dass Stablecoin-Belohnungen nicht wie Zinsen auf Einlagen aussehen. Die Logik dahinter ist einfach: Banken verdienen ihr Geld durch Einlagen und Kredite. Wenn Stablecoins ähnliche oder höhere Erträge bieten, könnten Einlagen abfließen und die Kreditvergabe der Banken gefährden.
Der von den Demokraten Angela Alsobrooks und dem Republikaner Thom Tillis vorangetriebene Entwurf stellt eine Kompromisslösung dar: Belohnungen sind erlaubt, solange sie nicht wie ein Konto mit Einlagen aussehen.
Das Problem ist: Viele DeFi-Protokolle funktionieren so, dass Nutzer ihre Gelder einzahlen und dafür Zinsen erhalten. Aave, Compound und andere Kreditprotokolle basieren auf diesem Modell: Nutzer legen USDC an, das System berechnet automatisch die Zinsen – ohne weiteres Zutun.
Wenn der Clarity Act in der aktuellen Form verabschiedet wird, müssten diese Protokolle entweder ihre Ertragsmechanismen neu gestalten oder riskieren, in den USA regulatorisch in die Quere zu kommen. Wird „Verhaltensbelohnung“ streng ausgelegt, könnten sogar Formen des Liquidity Mining betroffen sein.
Das im letzten Jahr verabschiedete „GENIUS Stablecoin Act“ ist die erste bundesweite Stablecoin-Gesetzgebung in den USA und schafft eine Grundregulierung. Der Clarity Act ist die zweite Phase und soll die Regulierung des breiteren digitalen Asset-Marktes vorantreiben. Ziel ist es, Unsicherheiten zu beseitigen und institutionelle Investoren zu gewinnen.
Derzeit wurde eine ähnliche Version im Repräsentantenhaus verabschiedet, eine andere im Senatsausschuss für Landwirtschaft geprüft. Die Zustimmung des Banking Committees wird ein entscheidender Meilenstein sein. Das geschlossene Treffen diente dazu, vor der öffentlichen Anhörung eine Einigung über die wichtigsten Punkte zu erzielen.
Die Ertragsregelung für Stablecoins ist nur eine der vielen Streitfragen im Clarity Act. Laut Quellen bestehen bei den Demokraten Bedenken hinsichtlich des Schutzes vor illegalen Finanzaktivitäten in der DeFi-Regulierung, da die Anonymität dezentraler Protokolle ein Risiko für Geldwäsche darstellt. Außerdem ist die Klausel, dass hochrangige Beamte keine Gewinne aus Krypto-Geschäften ziehen dürfen, politisch heikel.
Diese ungelösten Fragen bedeuten, dass der Gesetzgebungsprozess noch lange nicht abgeschlossen ist, selbst wenn die Ausschussanhörungen im Banking Committee erfolgreich verlaufen.