
Kentucky House Bill 380 (HB380) hat kürzlich eine Ergänzung, Artikel 33, erhalten, die von Hardware-Wallet-Anbietern verlangt, „Mechanismen bereitzustellen und jedem zu helfen“, Zugangsdaten wie Passwörter, PIN-Codes und Mnemonics zurückzusetzen. Das Bitcoin Policy Institute (BPI) weist darauf hin, dass diese Klausel bei nicht verwahrten Cold Wallets „technisch unmöglich umzusetzen“ ist, da das Design nicht verwahrter Wallets genau darauf ausgelegt ist, dass weder Hersteller noch Dritte Zugriff auf private Schlüssel oder Mnemonics haben.
(Quelle: US-Repräsentantenhaus)
HB380 war ursprünglich ein Gesetz zur Regulierung von Kryptowährungs-Automaten und ähnlichen Selbstbedienungsterminals, inklusive Betreiberlizenzen, Transaktionslimits und Verbraucherschutz. Die spätere Ergänzung durch Artikel 33 dehnt die Regulierung unerwartet auf Hersteller von Cold Wallets aus.
Die technische Grundidee nicht verwahrter Cold Wallets ist, dass „Private Keys ausschließlich vom Nutzer kontrolliert werden, weder Hersteller noch Dritte Zugriff haben.“ Kritiker argumentieren, dass die Einführung von Backdoors nicht nur das Grunddesign nicht verwahrter Wallets verletzt, sondern auch die Sicherheit als Selbstverwahrungsinstrument erheblich gefährdet.
Technisch unmöglich umzusetzen: Wenn Mnemonics verloren gehen, können sie auch vom Hersteller nicht wiederhergestellt werden. Das Erfordernis „Hilfe beim Zurücksetzen“ widerspricht der technischen Architektur hardwarebasierter Wallets.
Zerstörung der Bitcoin-Kernsicherheit: Die Backdoor-Klausel untergräbt die Annahme, dass Private Keys vor Dritten geschützt sind, was das Vertrauen in das nicht verwahrte System insgesamt schwächt.
Förderung zentralisierter Dienste: Wenn nicht verwahrte Cold Wallets aufgrund der neuen Vorschriften den Markt verlassen, sind Nutzer gezwungen, auf zentrale Verwahrungsdienste auszuweichen, was das Risiko durch Dritte erhöht.
Conor Brown, Geschäftsführer des Bitcoin Policy Institute, sagte auf X: „Kentucky wird bald das Selbstverwahrungsrecht abrupt verbieten.“
Artikel 33 von HB380 steht im direkten Widerspruch zu der bestehenden Krypto-Gesetzgebung in Kentucky. Im März 2025 verabschiedete Kentucky das Repräsentantenhausgesetz HB701, das den Schutz der „individuellen Kontrolle über sichere digitale Vermögenswerte und private Schlüssel“ klar festschreibt und die Eingriffe von Regulierungsbehörden einschränkt. Dieses Gesetz gilt weithin als Meilenstein für das Recht auf Selbstverwahrung.
Wenn Artikel 33 von HB380 letztlich verabschiedet wird, entstehen zwischen den beiden Gesetzen direkte rechtliche Konflikte, die die Schutzwirkung von HB701 schwächen und das regulatorische Rahmenwerk für Kryptowährungen in Kentucky in sich selbst widersprüchlich machen.
Die Kontroverse um HB380 findet vor dem Hintergrund statt, dass in den USA die Regulierung von Bitcoin-Automaten zunehmend verschärft wird. Kürzlich schlugen Gesetzgeber in Minnesota ein Gesetz vor, das alle Krypto-Selbstbedienungsterminals im Bundesstaat vollständig verbieten soll. Auslöser waren mehrere Betrugsfälle, darunter ältere Menschen, die durch Bitcoin-Automaten Opfer von Betrügern wurden.
Die Verantwortlichen in Minnesota sind der Ansicht, dass die aktuellen Transaktionslimits und Informationspflichten nicht ausreichen, um Betrug zu verhindern. Das Ziel des Gesetzes ist, das bestehende Regulierungsframework vollständig abzuschaffen und durch ein Verbot zu ersetzen. Die „verstärkte Regulierung“ in Kentucky und das „vollständige Verbot“ in Minnesota zeigen, dass die Gesetzgebung in den US-Bundesstaaten bezüglich Bitcoin-Automaten immer divergenter wird.
Artikel 33 verlangt, dass Cold Wallet-Anbieter „einen Mechanismus bereitstellen und jedem helfen“, Zugangsdaten wie Passwörter, PIN-Codes und Mnemonics zurückzusetzen. Kritiker argumentieren, dass diese Forderung gleichbedeutend mit der Einführung eines „Backdoors“ durch die Hersteller ist, was fundamental im Widerspruch zum Designprinzip nicht verwahrter Wallets steht.
Das Kernprinzip nicht verwahrter Wallets ist, dass „weder Hersteller noch Dritte Zugriff auf die privaten Schlüssel haben.“ Der Verlust der Mnemonics bedeutet, dass sie nicht wiederhergestellt werden können – das ist die Sicherheitsgrundlage. Das Erzwingen eines Backdoors würde dieses Sicherheitsmodell auf technischer Ebene zerstören und das Vertrauen in das gesamte nicht verwahrte System erheblich untergraben.
HB380 wurde bereits im Kentucky House verabschiedet und befindet sich derzeit im Senat. Da Artikel 33 erst später als Änderungsantrag hinzugefügt wurde, besteht für Gesetzgeber die Möglichkeit, vor der finalen Abstimmung Änderungen vorzunehmen oder den Passus zu streichen. Organisationen wie das Bitcoin Policy Institute setzen sich aktiv für entsprechende Gesetzesänderungen ein.