
Der leitende Analyst Nikolaos Panigirtzoglou von JPMorgan berichtete am Mittwoch, dass das Handelsvolumen des dezentralen Austauschs Hyperliquid für WTI-Öl-Perpetual-Futures (CL-USDC) stark angestiegen ist. Das Tageshandelsvolumen erreichte Mitte März etwa 1,7 Milliarden US-Dollar, während die offenen Positionen auf rund 300 Millionen US-Dollar stiegen, was es zum drittgrößten Produkt im Hyperliquid-Handelsangebot macht.

(Quelle: JPMorgan)
Traditionelle Rohstoffbörsen schließen am Wochenende und außerhalb der Handelszeiten, was eine sofortige Reaktion auf plötzliche geopolitische Ereignisse und deren Einfluss auf die Ölpreise erschwert. Als die Krise im Iran am Wochenende eskalierte, konnten Händler das Risiko bei traditionellen Plattformen wie CME nicht absichern und suchten stattdessen nach Hyperliquid, das rund um die Uhr perpetual Futures anbietet.
CL-USDC-Kontrakte verwenden USDC als Margin und bieten bis zu 20-fachen Hebel. Im Vergleich zu traditionellen Futures-Margen sind die Anforderungen niedriger, was Händlern, die auf Öl-Exposures setzen, einen sofortigen Marktzugang ermöglicht. JPMorgan-Analysten betonen, dass die Nachfrage nach Asset-Exposure außerhalb der regulären Marktzeiten ein wesentlicher Treiber für das anhaltende Wachstum des Hyperliquid-Handelsvolumens ist.
Der JPMorgan-Bericht hebt die technologischen Differenzierungsmerkmale von Hyperliquid im Vergleich zu den meisten DEX hervor:
On-Chain Limit-Orderbuch: Bietet präzise Preisgestaltung, engere Spreads und vertraute Ordertypen für traditionelle Trader, im Gegensatz zu den automatisierten Market-Maker (AMM)-Modellen vieler DEX.
Sub-Sekunden-Transaktionsbestätigung: Nahezu die gleiche Geschwindigkeit wie zentralisierte Börsen (CEX), geeignet für algorithmisches und Hochfrequenzhandel.
Portfolio-Margin-Mechanismus: Ermöglicht eine einheitliche Risikoverwaltung über verschiedene Positionen, was die Kapitalnutzung erheblich verbessert – eine Funktion, die normalerweise nur auf fortgeschrittenen CEX-Plattformen verfügbar ist.
Analysten sind der Ansicht, dass diese technischen Merkmale Hyperliquid als „professionellen Handelsplatz“ positionieren, der traditionelle Märkte mit Krypto-Märkten verbindet, und somit ein entscheidender Vorteil im Wettbewerb um Marktanteile im Derivatemarkt ist.
JPMorgan-Analysten sagen, dass der Trend, dass DEX Marktanteile im Krypto-Derivatemarkt gewinnen, anhält und sich möglicherweise auf andere Asset-Klassen außerhalb der Rohstoffe ausdehnt. Angesichts dieses Drucks erweitern auch traditionelle Börsen ihre 24/7-Handelsangebote: CME plant, ab 29. Mai rund um die Uhr Kryptowährungs-Futures und -Optionen anzubieten; Nasdaq arbeitet an einer 23-Stunden-Aktienhandelszeit, die voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 umgesetzt wird, und hat die SEC genehmigt, einige tokenisierte Wertpapiere zu handeln; Cboe schlägt vor, einen nahezu 24/5-Handel für Aktien einzuführen.
Allerdings betonen JPMorgan-Analysten, dass die meisten traditionellen Börsen sich noch auf standardisierte Derivate konzentrieren und bisher keine hochgehebelten Perpetual-Futures wie bei Hyperliquid anbieten. Die beiden Marktsegmente unterscheiden sich weiterhin deutlich.