
Der Markteinfluss durch den Iran-Konflikt hat sich längst über den Ölbereich hinaus ausgeweitet. Die tatsächliche Blockade des Hormuzstrahls wirkt sich direkt auf die globale Düngemittelversorgungskette aus. Der Referenzpreis für Harnstoff lag bis zum 16. März bei 601 USD pro Tonne, was einem Anstieg von über 34 % im Vergleich zum Vormon Monat und 57 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Gleichzeitig nähert sich WTI-Rohöl 90 USD pro Barrel, und Bitcoin stieg am Dienstagmorgen vorübergehend auf 75.000 USD.

(Quelle: Trading Economics)
Die Medien konzentrieren sich auf den Ölpreisanstieg, doch die Auswirkungen der Hormuzstraße auf die landwirtschaftliche Versorgungskette sind ebenso tiefgreifend. Laut Daten der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung werden jährlich etwa 16 Millionen Tonnen Düngemittel – ein Drittel des weltweiten Seehandels mit Düngemitteln – durch die Hormuzstraße transportiert, wobei über zwei Drittel davon Harnstoff sind. Die Blockade der Straße löst Kettenreaktionen bei verschiedenen Rohstoffen aus:
Die Produktion von Harnstoff ist stark von Erdgas abhängig: Erdgas ist der zentrale Rohstoff für die Haber-Bosch-Synthese von Ammoniak, die 70 % bis 90 % der Produktionskosten von Harnstoff ausmacht. Wenn die Blockade des Hormuzstrahls die Risiken bei der Versorgung mit Erdgas und Öl erhöht, steigen die Rohstoffkosten der Düngemittelhersteller direkt und werden schnell auf die Marktpreise übertragen.
Marktprognosen: Myriad verfolgt eine wichtige Schwelle: Wird der Referenzpreis für Harnstoff am 25. März 610 USD pro Tonne übersteigen? Zum Zeitpunkt dieses Artikels liegt der Preis bei 601 USD, also weniger als 10 USD unter der Schwelle. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung wird Harnstoff auch in einigen Tierfutterarten verwendet, und Preisschwankungen haben weitreichende Auswirkungen auf die globalen Produktionskosten in der Landwirtschaft.
Die durch den Iran-Konflikt ausgelöste Marktdynamik zeigt sich in mehreren Märkten. Der WTI-Ölpreis steigt aufgrund von Versorgungssorgen und nähert sich 90 USD pro Barrel; laut Myriad-Analysen besteht eine 65 %ige Chance, dass der Ölpreis auf 120 USD steigt, verglichen mit 76 % am Vortag.
Bitcoin stieg am Dienstagmorgen vorübergehend auf 75.000 USD. Ein Analyst von QCP Capital wies am Montag darauf hin, dass die jüngste Entwicklung im Kryptomarkt zeigt: „Die Argumentation, dass Bitcoin ein ‚digitaler Safe-Haven‘ oder ‚geopolitisches Absicherungstool‘ ist, könnte sich wieder manifestieren. Der Markt testet diese These in Echtzeit.“ Der Analyst bemerkte, dass während der Eskalation des Nahost-Konflikts Kapitalflüsse von Gold-ETFs zu Bitcoin-ETFs wechselten, doch die Einordnung von Bitcoin als Absicherungsanlage bleibt in der Branche umstritten.