Die langjährige “Regulierungsgebiets-Kampf” zwischen den beiden großen US-Finanzaufsichtsbehörden ist offiziell beendet. Die US-Börsenaufsicht SEC und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben kürzlich offiziell eine “Absichtserklärung (MOU)” unterzeichnet, um ihre overlapping Funktionen zu integrieren und gemeinsam einen Rahmen für die Regulierung von Kryptowährungen aufzubauen. Laut der am Mittwoch veröffentlichten Absichtserklärung werden die beiden Behörden künftig in den Bereichen Überwachungsmechanismen, Genehmigung von Finanzprodukten und Auslegungspolitik enger zusammenarbeiten. Zudem werden sie die Durchsetzung koordinieren und ein “Doppelregistrierungssystem” für relevante Unternehmen fördern. Da die meisten Krypto-Asset-Anbieter sowohl unter die Aufsicht von Wertpapieren als auch Derivaten fallen, werden diese Maßnahmen voraussichtlich weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Kryptoindustrie haben. Die Absichtserklärung macht deutlich, dass die Einrichtung eines regulatorischen Rahmens für Krypto-Assets und andere aufkommende Technologien oberste Priorität hat, was zeigt, dass die US-Aufsichtsbehörden versuchen, für den lange im Graubereich befindlichen Markt digitaler Vermögenswerte ein konsistenteres Regulierungsmodell zu schaffen. Der SEC-Vorsitzende Paul Atkins kündigte bereits in einem öffentlichen Gespräch am Dienstag diese Kooperationsvereinbarung an. Er betonte, dass regulierte Finanzunternehmen und Krypto-Anbieter künftig über gemeinsame Kontaktstellen Termine für gemeinsame Sitzungen vereinbaren können, um gemeinsam politische Richtungen und Anträge für Finanzprodukte zu besprechen. In einer Erklärung am Mittwoch sagte Paul Atkins: „Seit langem behindert der ‘Gebiets-Kampf’ zwischen den Aufsichtsbehörden, die redundanten und komplexen Registrierungsprozesse sowie die unterschiedlichen Vorschriften der SEC und CFTC Innovationen. Dies zwingt viele Marktteilnehmer, in andere Jurisdiktionen auszuweichen.“ Er versprach weiter: „Zukünftig werden wir durch einheitliche Definitionen, koordinierte Überwachungsmechanismen und nahtlose, sichere Informationsaustausch zwischen den Behörden sicherstellen, dass die zukünftigen Vorschriften für Klarheit im Markt sorgen.“ Gemäß der neuen Vereinbarung werden die beiden Behörden regelmäßige Treffen und einen Informationsaustausch einrichten. Früher standen Krypto-Unternehmen oft vor dem Problem, dass “ein und dasselbe Projekt von zwei Behörden gleichzeitig geprüft wurde”; künftig wird bei Überschneidungen der Zuständigkeiten im Vorfeld über Anklagen, Strafen, Rechtsstrategien und externe Kommunikation abgestimmt. Während der vorherigen Regierung gab es zwischen SEC und CFTC häufig deutliche Meinungsverschiedenheiten in der Regulierung von Krypto-Assets. Eines der kontroversesten Themen war, ob bestimmte Krypto-Assets als “Wertpapiere” oder “Ware” einzustufen sind.