Iranische Revolutionsgarden-Sprecher Zolfaghari droht öffentlich: Wenn die USA weiterhin militärisch eingreifen, wird der globale Ölpreis auf 200 US-Dollar pro Barrel steigen. Am 11. Tag griff Iran im Hormuzstraßen zwei Handelsschiffe an, was die internationalen Ölpreise erneut in die Höhe treibt.
(Vorheriger Kontext: Zwei Öltanker im Persischen Golf wurden unklar angegriffen und in Flammen gesetzt, 25 Crewmitglieder evakuierten schnell, Brent-Öl nähert sich erneut der 100-Dollar-Marke)
(Hintergrund: Der iranische Präsident entschuldigt sich ungewöhnlich für „willkürliche Angriffe auf Nachbarländer im Nahen Osten“. Was steckt dahinter?)
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Der Sprecher der iranischen Revolutionsgarden, Zolfaghari, äußerte heute (12.), eine radikale Drohung: „Wenn die USA den Ölpreis über 200 US-Dollar pro Barrel verkraften können, dann soll sie dieses Spiel weiterspielen.“ Ziel ist es, mit Energie als Waffe den Westen zum Nachgeben zu zwingen.
Berichten zufolge griff die iranische Revolutionsgarde am 11. im Hormuzstraßen zwei Handelsschiffe an, die Warnungen vor dem Anhalten ignorierten: das israelische Frachtschiff „Express Rome“ und das thailändische Massengutschiff „Mayuree Naree“.
Zolfaghari drohte weiter, Iran werde keinen Öltransport nach den USA, Israel und deren Verbündeten zulassen, und warnte die Welt, sich auf erhebliche Störungen im Energiemarkt vorzubereiten. Diese Drohung setzt die harte Haltung Irans fort, die zuvor die „Blockade des Hormuzstraßen“ angekündigt hatte, was den wichtigsten Knotenpunkt des globalen Ölhandels erneut alarmiert.
Der Markt hatte sich gestern Abend nach der Ankündigung der IEA, die größte Notfallölreserve in der Geschichte freizugeben (32 Mitgliedsstaaten stimmten der Freigabe von 400 Millionen Barrel strategischer Reserven zu), etwas beruhigt.
Doch die Nachrichten über die Angriffe auf die beiden Schiffe und die zuvor angegriffenen Öltanker erinnern erneut an die Fragilität der Versorgungskette im Persischen Golf. Möglicherweise beeinflusst durch diese Ereignisse stieg Brent-Öl heute Morgen kurzzeitig über 100 US-Dollar, fiel dann aber leicht zurück auf etwa 96 US-Dollar.
Irans Forderung nach einem Ölpreis von 200 US-Dollar ist nicht unbegründet. Der Hormuzstraßen-Transit umfasst täglich rund 20 Millionen Barrel Rohöl, was etwa einem Fünftel des weltweiten Ölbedarfs entspricht, mit einem Jahreshandelsvolumen von bis zu 600 Milliarden US-Dollar. Ein vollständiger Stillstand der Route würde die globale Energieversorgung erheblich beeinträchtigen.
Experten weisen jedoch darauf hin, dass Iran selbst stark auf den Export durch den Straßenzug angewiesen ist; eine vollständige Blockade wäre gleichbedeutend mit „Selbstzerstörung“. Die Ölpipelines Saudi-Arabiens (mit einer Kapazität von 5 Millionen Barrel pro Tag) und die von den Vereinigten Arabischen Emiraten bieten zwar Alternativen, reichen aber bei weitem nicht aus, um die Lücke zu schließen, die durch die Schließung des Hormuzstraßen entsteht.
Derzeit ist die allgemeine Einschätzung: Irans Strategie ähnelt eher einer „Drohung, um Verhandlungen zu erzwingen“, doch bei anhaltenden militärischen Aktionen der USA und Israels besteht weiterhin die Gefahr eines Zwischenfalls. Die Energiemärkte werden voraussichtlich weiterhin volatil bleiben.